Flughafen-Tower: Nicht immer klappt die Kommunikation.

Wenn die Kommunikation hinkt

«Können Fluglotsen die Piloten eigentlich auch verwirren?», fragt Leserin Elisabeth Haffenbrink. Ein Linienpilot antwortet .

Top-Jobs

Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Systems Engineer - Electrical Focus

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Ja, das können sie. Piloten sind zwar so ausgebildet, dass sie im Ernstfall nur noch den Instrumenten vertrauen. Trotzdem ist es sehr schwierig zu wissen, wer Recht hat, wenn unsere Instrumente den Angaben der Fluglotsen widersprechen. Zum Beispiel war ich vor nicht all zu langer Zeit im Anflug auf den größten Flughafen Italiens. Dabei war in den Flugvorbereitungs-Unterlagen angekündigt worden, dass die Boden-Instrumente für den Anflug (ILS) auf einer Piste nicht funktionieren würden.

Als uns dann der Lotse trotzdem für diesen Anflug vorsah, gingen wir davon aus, dass die Instrumente wieder repariert waren. Einige Minuten vor Landung, als wir auf die Pistenachse eindrehten und die Cockpit-Instrumente uns die richtige Höhe und Weg anzeigen sollten, kam nichts. Uns fehlte die Höhenangabe (Glideslope), um zur Piste hinunter zu fliegen. Sofort haben wir nachgefragt, was da los sei. Und es wurde uns ganz überrascht («oh, sorry») bestätigt, dass ja nur ein Teil der Bodeninstrumente repariert wurde.

Trotzdem sicher gelandet

Ob wir trotzdem landen könnten? Wir haben ein kurzes Re-Briefing gemacht, die Karten aktualisiert, unsere Instrumente aufdatiert und konnten dann sicher und legal landen. Es herrschte super Wetter und klare Sicht, was zuvorkommend war. Wenn dies aber nicht herrscht und man dann eine Lotsen-Angabe kriegt, welche nicht unseren Instrumenten entspricht, kann das unglaublich verwirrend wirken und zu vielen Fehlern führen.

[image2]Was Sie schon immer übers Fliegen wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: Ein Pilot einer großen Fluglinie beantwortet exklusiv für aeroTELEGRAPH die Fragen der Leser. Er bleibt dabei anonym, um unabhängig antworten zu können. Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an pilot@aerotelegraph.com. Jede Woche wird eine der eingesandten Fragen beantwortet. Dabei wird der Name des Einsenders veröffentlicht. Ein Recht auf Beantwortung besteht nicht

Mehr zum Thema

Aufstehende Passagiere nach der Landung: Eins ehr bekanntes Phänomen.

39,99 Euro fürs zu früh Aufstehen nach der Landung

Airbus A320 von Easyjet: Bekommt die neue Software.

Easyjet will mit besseren Landeanflügen die Umwelt schonen

Dieses Flugzeug fliegt direkt in ein Gewitter

Dieses Flugzeug fliegt direkt in ein Gewitter

Airbus A321 auf der Piste: Bei Regen und Eis ist landen nicht immer ganz einfach.

Neues System soll Piloten beim Bremsen helfen

Video

Flugzeuge am Wilson Airport: 41 Flugzeuge um den Flughafen sind zu hoch und sollen abgerissen werden.
Flughafen Nairobi-Wilson
Rund um Kenias wichtigsten Inlandsflughafen sind in den vergangenen Jahren Dutzende Gebäude entstanden, die den Luftraum verletzen. Der Senat fordert nun den Abriss, die Regierung will lieber die Flugrouten zum Flughafen Nairobi-Wilson ändern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Der weltgrößte Papierflieger: Er flog über 59 Meter.
Papierflieger kennt jedes Kind. Doch dieses Exemplar sprengt alle Dimensionen: Mit mehr als 20 Metern Spannweite und einem Flug über 59 Meter hat ein Team aus Italien den Weltrekord für das größte flugfähige Papierflugzeug geholt - und Deutschland entthront.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Electra aero: So soll das Regionalflugzeug aussehen.
Der erfolgreiche Testflug des Kurzstartflugzeugs EL2 ist für Electra Aero nur der Anfang. Das Unternehmen entwickelt bereits ein deutlich größeres Verkehrsflugzeug für 100 Passagiere, das dank eines ungewöhnlichen Antriebskonzepts sehr effizient fliegen soll.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies