Bombardier Global 6000 : Sie ist für das Pegasus-Programm der Bundeswehr vorgesehen.

Auftrag für BoeingBombardier-Chef schießt gegen kanadische Regierung

Die kanadische Regierung wählt wohl Boeing-Jets zur Aufklärung und Überwachung. Das stößt dem heimischen Hersteller sauer auf. Bombardier preist die Global 6500 an.

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Das Projekt nennt sich Pegasus. Die Abkürzung steht für Persistant German Airborne Surveillance Systems. Mit drei speziell ausgerüstete Businessjets will die Bundeswehr künftig Fernmelde- und elektronische Signale aus der Luft überwachen.

Für diesen Aufklärungs- und Überwachungsauftrag hat die deutsche Armee für Bombardier Global 6000 gewählt. Sie werden derzeit unter der Führung von Lufthansa Technik umgebaut und zwischen 2026 und 2028 geliefert. Das sei ein gutes Beispiel für die Fähigkeiten des Modells in der Überwachung, sagt Eric Martel. Auch Schweden, die USA und das Vereinigte Königreich hätten sich für die kanadischen Jets entschieden, so der Chef von Bombardier.

Boeing scheint die Nase vorn zu haben

Die Bemerkungen des Chefs des kanadischen Flugzeugbauers kommen nicht von ungefähr. Zuvor war bekannt worden, dass Kanada erwägt, sich zur Überwachung Dutzende von P-8 Poseidon bei Boeing zu beschaffen, eine militärische Aufklärungsvariante der 737-800. «Bombardier ist der festen Überzeugung, dass die Global 6500 die richtige Größe hat und den Bedürfnissen Kanadas gerecht wird», so Martel.

Er wird noch deutlicher. Als Präsident und Vorstandsvorsitzender von Bombardier «möchte ich öffentlich meine Besorgnis darüber zum Ausdruck bringen, dass Kanada, das vor einer wichtigen Entscheidung über die luftgestützte Überwachung seiner ausgedehnten Grenzen steht, möglicherweise erwägt, einen Alleinauftrag direkt an Boeing zu vergeben», sagt der Manager.

Als umweltfreundlicher angepriesen

Die Bombardier Global 6500 habe gegenüber dem Konkurrenzprodukt klare Vorteile. Sie verfüge über eine größere Reichweite, Ausdauer und bewährte Zuverlässigkeit. Ihre Triebwerke der nächsten Generation und ihr «führendes aerodynamisches Profil» würden sie günstiger im Betrieb machen als die PS-8 und zu einer geringeren CO2-Bilanz beitragen.

Martel fordert daher, dass Kanada «eine Ausschreibung für ein kanadisches Mehrzweckflugzeug» startete, für die verschiedene Vorschläge eingereicht werden können. «Eine in Kanada gebaute Option sollte und muss gleichberechtigt mit den Angeboten ausländischer Unternehmen geprüft werden, die in der Vergangenheit unsere einheimischen Flugzeugprogramme direkt angegriffen haben.»

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