In Bangladesch boomt der Goldschmuggel. Auch hochrangige Mitarbeiter der Staatsairline Biman sind ins Visier der Geheimdienste gerückt.

Goldhandel in BangladeschBiman hat ein Schmuggel-Problem

Seit Indien die Zölle für Gold verfünffachte, boomt der Schmuggel im Nachbarland Bangladesch. Auch die Staatsairline Biman Bangladesh ist involviert.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Indien ist einer der größten Goldimporteure der Welt. Allein im Februar führte das Land 25 Tonnen des Edelmetalls ein. Seit aber 2012 die Zölle von 2 auf 10 Prozent angehoben wurden, boomt die illegale Einfuhr aus den Nachbarländern. Allen voran Bangladesch. Die Schmuggelringe machen pro Kilo Gold einen Gewinn von bis zu 4200 Dollar.

Ein Bericht des bangladeschischen Geheimdienstes, besagt, dass vom Juli 2013 bis Dezember 2014 an den Flughäfen des Landes rund 760 Kilo Gold im Wert von 36 Millionen Dollar aus Gepäckstücken oder Flugzeugen konfisziert wurden. Zum Vergleich: In den vier Jahren vorher konnten lediglich 33 Kilo eingezogen werden. Und alles weist darauf hin, dass Mitarbeiter der Staatsairline Biman Bangladesh am Goldschmuggel beteiligt sind.

485 Goldbarren im Flugzeug versteckt

Das waren sie etwa auf Flug BG048 von Chittagong nach Dhaka: Eigentlich war er ganz normal, außer, dass die Maschine zwei Stunden zu früh ankam. Zöllner wurden darauf aufmerksam und durchsuchten das Flugzeug. Mit Erfolg: In fast allen Stauräumen waren Goldbarren versteckt. Vom Gepäckraum, über die Toiletten, bis hin zu den Taschen, in denen die Rettungswesten aufbewahrt werden.

61 Kilo reines Gold im Wert von vier Millionen Dollar waren es. Dr. Moinul Khan, Direktor des Geheimdienstes, ist überzeugt, dass Mitarbeitende der Airline an dem Schmuggel beteiligt gewesen sein müssen: «Die Barren wurden in Bereichen des Flugzeuges versteckt, zu denen nur sie Zugang haben.»

«Die Funktionäre bleiben im Hintergrund»

Im genannten Fall wurden drei Mitarbeiter der Airline festgenommen, doch sie sind nur kleine Fische. «Die Drahtzieher bleiben meist im Hintergrund. Schmuggler arbeiten mit Biman-Leuten zusammen, um die sicherste Route für die Einfuhr sicherzustellen», sagte ein Sprecher der bangladeschischen Polizei zu Vice News.

Daneben wurden im Jahr 2014 achtzehn hochrangige Mitarbeiter von Biman wegen Goldschmuggels festgenommen. Zehn von ihnen im Zusammenhang mit einem der größten Coups – 2013 stellten Zöllner in einer Cargo-Maschine von Biman 125 Kilogramm Gold sicher.

«Wir werden die Verantwortlichen dingfest machen»

Die nicht endenden Berichte über eine Verwicklung in die Schmuggel-Skandale kratzen weiter am ohnehin schon geschädigten Image der Airline. Biman schrieb in den letzten Jahren nur noch rote Zahlen und wird darum vom Staat massiv subventioniert.

So versucht sich Sprecher Khan Musharraf Hussein in Schadensbegrenzung und lässt gegenüber Vice News verlauten: «Wir sehen eine Häufung dieser Vorfälle. Verschiedene internationale Airlines sind daran beteiligt – uns eingeschlossen. Der Goldschmuggel fokussiert sich auf Flugzeuge, die aus der Golfregion nach Dhaka kommen. Namentlich Dubai. Wir werden alles Mögliche versuchen, um die involvierten Personen dingfest zu machen.» Biman arbeite mit Fluggesellschaften in den Golfstaaten zusammen, um dem Problem auf den Grund zu gehen.

Mehr zum Thema

Eine Boeing 777 von Air Canada: Solch ein Jet beförderte die wertvolle Fracht.

Wie mehr als 400 Kilo Schweizer Gold am Airport Toronto gestohlen wurden

Ausgabe der New York Post, Nachrichtensendung, Hauptdrahtzieher James «Jimmy the Gent» Burke: Der Lufthansa-Raub sorgte 1978 für Schlagzeilen.

Die spektakulärsten Raubüberfälle in der Luftfahrt

Gold: In Indien ist der Markt riesig.

Wenn Airline-Crews in Schmuggel verstrickt sind

Startbahn in Yakutsk: Vergoldet.

Frachter verliert drei Tonnen Gold beim Start

Video

König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack