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April war bitterster Monat für Swiss

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben tiefe Spuren im Geschäftsergebnis von Swiss hinterlassen. Im ersten Halbjahr 2020 verzeichnete die Airline einen operativen Verlust von 266,4 Millionen Schweizer Franken CHF (1. Halbjahr 2019: + CHF 245,3 Millionen). Der Umsatz sank um rund 55 Prozent und lag bei CHF 1.17 Milliarden (1. Halbjahr 2019: + CHF 2,57 Milliarden).

Im ersten Halbjahr 2020 beförderte Swiss (exklusive Edelweiss Air) 64 Prozent weniger Passagiere als im Vorjahr. Die durchschnittliche Auslastung der Flüge betrug dabei 71,2 Prozent, was einem Rückgang von 10,8 Prozentpunkten gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 entspricht. Im Europaverkehr ist inzwischen eine wieder erstarkende Nachfrage spürbar. Die für eine substanzielle Erholung entscheidende Entwicklung im Interkontinentalverkehr ist jedoch deutlich verhaltener.

Zur Verbesserung der Kostenstruktur will Swiss in den kommenden Monaten weitere umfassende Sparmassnahmen ergreifen und unter anderem ihren Flotteneinsatz auf den Prüfstand stellen sowie sämtliche nicht betriebsnotwendigen Investitionen über alle Unternehmensbereiche hinweg aussetzen.

Zweites Quartal besonders stark belastet

Nach anfänglichen Effekten im ersten Quartal hat die Corona-Pandemie die Geschäftstätigkeit von Swiss im zweiten Quartal besonders schwer belastet. Die immer umfassenderen weltweiten Einreisebeschränkungen zwangen Swiss dazu, ihr Flugprogramm auf ein Minimum zu reduzieren und einen Großteil ihrer Flotte für mehrere Wochen stillzulegen. Dies führte zu einem deutlichen Rückgang des Betriebsertrags; mit CHF 243,7 Millionen (Q2 2019: CHF 1,41 Milliarden) lag er um 82,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Swiss schloss das zweite Quartal mit einem operativen Verlust in Höhe von CHF 182,3 Millionen ab (Q2 2019: + CHF 196,9 Millionen).

Im ersten Halbjahr dieses Jahres führte Swiss insgesamt führte 29.667 Flüge durch, 59,5 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 hat Swiss auf dem gesamten Streckennetz 57,1 Prozent weniger Sitzkilometer (ASK) angeboten, die Anzahl der verkauften Sitzkilometer (RPK) sank um 62,7 Prozent.

Höchster Rückgang im April

Den stärksten Passagierrückgang von 99,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hat Swiss im April verzeichnet. Im Juni Betrug die Differenz zum Vorjahresmonat noch 92,2 Prozent. Der Sitzladefaktor lag im Juni mit 41,6 Prozent um 45,5 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Neben der Aufrechterhaltung einer Minimalanbindung der Schweiz an die Welt haben Swiss und ihre Schwestergesellschaft Edelweiss Air im Rahmen der größten je durchgeführten Rückholaktion des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bis Anfang Juli auf 35 Repatriierungsflügen rund 7400 Passagiere, mehrheitlich Schweizer Staatsangehörige, aus der ganzen Welt in die Schweiz geflogen. Zudem hat Swiss bis Ende Juni durch ihre Luftfrachtabteilung Swiss World Cargo knapp 600 reine Frachtflüge durchgeführt und dabei über 15.000 Tonnen an Ware transportiert, vor allem Medikamente und medizinische Güter zur Unterstützung der Schweizer Bevölkerung und Wirtschaft.

Weiterer Ausbau des Angebots geplant

Im Juni wurde der Minimalflugbetrieb sukzessive auf 15 bis 20 Prozent der ursprünglich geplanten Kapazität wieder hochgefahren. Bis zum Herbst sollen mit etwa einem Drittel der Kapazitäten rund 85 Prozent aller Destinationen wieder angeflogen werden, die vor der Corona-Krise bedient wurden. Seit Juli sind rund zwei Drittel der 91 Swiss-Flugzeuge wieder im Einsatz, darunter 41 Kurz- und 17 Langstreckenflugzeuge inklusive drei für reine Frachtflüge umgebaute Boeing 777.

In der aktuellen Sommerferienzeit verzeichnet Swiss vor allem in Europa eine starke Nachfrage sowie eine hohe Auslastung, die fast auf Vorjahresniveau liegt, wenn auch bei deutlich geringerer Kapazität. Dies betrifft vorrangig touristische Ziele und den Besuchsreiseverkehr (sog. «visiting friends and relatives»), im Bereich der Geschäftsreisen ist die Nachfrage weiterhin äußerst schwach. Auch der Interkontinentalverkehr erholt sich aufgrund der andauernden Einreisebeschränkungen nur sehr langsam.

Swiss-Chef Thomas Klühr sagt: «Die positive Entwicklung der Nachfrage nach Reisen in Europa stimmt uns verhalten optimistisch. Uns ist aber bewusst, dass noch ein weiter Weg vor uns liegt, bis diese Krise überwunden ist. Entscheidend für eine nachhaltige und signifikante Erholung wird die weitere Entwicklung im Interkontinentalverkehr sein, insbesondere in unserem wichtigsten Verkehrsgebiet Nordamerika.»