Boeing 787 von El Al: In Frankreich gibt es Probleme.

Diplomatische Spannungen erreichen den LuftverkehrFrankreich verweigert Sicherheitskräften von El Al Visa

Die Blockade neuer Arbeitsvisa für Sicherheitskräfte der israelischen Nationalairline bremst den Betrieb von El Al in Paris, Nizza und Marseille. Auslöser sind Spannungen um Kontrollen französischer Diplomaten – verschärft durch politische und symbolische Gesten beider Länder.

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Die Spannungen zwischen Frankreich und Israel in Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg schlagen zunehmend auf den Luftverkehr durch. Seit Monaten erhalten die Sicherheitskräfte der israelischen Fluggesellschaft El Al in Frankreich keine neuen Arbeitsvisa mehr, berichtet die Zeitung Liberation.

Betroffen sind die Teams, die vor Abflug in Paris-Charles-de-Gaulle, Nizza und Marseille zusätzliche Sicherheitsinterviews und Gepäckkontrollen durchführen. Das ist ein zentraler Bestandteil des Sicherheitskonzepts der israelischen Nationalairline seit den 1970er-Jahren, das über die Maßnahmen anderer Fluggesellschaften hinausgeht.

Personal von El Al soll französische Diplomaten schärfer kontrolliert haben

Nach Informationen aus französischen Diplomatenkreisen ist der Grund eine Reaktion auf Erfahrungen französischer Diplomaten bei der Abfertigung von El-Al-Flügen. «Seit vielen Monaten sind Mitglieder des französischen diplomatischen Korps in Israel und in Jerusalem systematischen Kontrollen durch El-Al-Sicherheitspersonal am Flughafen Charles de Gaulle ausgesetzt, bevor sie mit der Airline fliegen», erklärte eine französische Regierungsquelle der Zeitung The Times of Israel.

Die israelische Botschaft in Paris weist diese Darstellung entschieden zurück: «Wir lehnen die Anschuldigungen kategorisch ab, dass französische Diplomaten unangemessen behandelt wurden. Gleichzeitig sind ganze Familien von israelischen Sicherheitskräften betroffen und die wichtige Sicherheitsarbeit ist kompromittiert», heißt es. In Frankreich fliegt El Al derzeit bis zu fünf Mal täglich von Paris nach Tel Aviv, ergänzt um saisonale Verbindungen ab Nizza und Marseille.

Abgedeckte Israel-Stände in Le Bourget, Graffiti am Sitz von El Al in Paris

Die Lage ist schon seit einer Weile angespannt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte jüngst angekündigt, im September bei den Vereinten Nationen die Anerkennung eines palästinensischen Staates zu unterstützen – eine Entscheidung, die in Israel scharfe Kritik auslöste. Bereits zuvor hatte die französische Regierung beim Luftfahrtsalon in Le Bourget mehrere israelische Stände abdecken lassen, um die Präsentation von in Gaza eingesetzter Militärtechnik zu verhindern.

Zudem gab es verschiedene Vorfälle, die den Konflikt befeuerten. Vergangene Woche wurde das Pariser El-Al-Büro mit roter Farbe und Parolen wie «Free Palestine» beschmiert, so die Times of Israel. Und am Montag (11. August) sorgte ein Funkspruch aus dem Kontrollturm für Aufsehen: Statt des üblichen «Bon vol» erhielt die Crew eines El-Al-Flugs nach Tel Aviv vom zuständigen Fluglotsen die Worte «Free Palestine». Das Verkehrsministerium bestätigte die Authentizität der Aufzeichnung, suspendierte den Lotsen umgehend und leitete ein Disziplinarverfahren ein.

Gespräche zwischen Frankreich und Israel

Offiziell halten sich beide Außenministerien bedeckt, jedoch behandelt man das Thema offenbar. «Es wurden Gespräche mit der israelischen Botschaft in Frankreich aufgenommen, um diese Schwierigkeiten zu lösen; in der Zwischenzeit wurden mehrere Verwaltungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dieser Regelung vorübergehend ausgesetzt», so die französische Regierungsquelle.

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