Boeing 767 von Condor: Was sind die Thomas-Cook-Airlines wert?

Kredit gewährtCondor bekommt 380 Millionen Euro

Aufatmen bei Condor: Die Bundesregierung und das Land Hessen haben dem deutschen Ferienflieger einen Überbrückungskredit gewährt. Nun ist die EU am Zug.

Top-Jobs

DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d) am Flughafen Mallorca

Mallorca
Feste Anstellung
Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Spanien
Top jobs
Hahnair

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero Bildungs Logo

Ausbilder / Technischer Trainer (m/w/d) für Fluggerätelektronik / Avionik / Cat B2 – Luftfahrttechnik

AERO-Bildungs GmbH
Oberpfaffenhofen
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Condor hat am Dienstagabend (24. September) von der deutschen Bundesregierung und der hessischen Landesregierung die Zusage über eine Bürgschaft für einen sechsmonatigen Überbrückungskredit in Höhe von 380 Millionen Euro erhalten. «Diese Zusage ist Voraussetzung für eine Prüfung durch die Europäische Kommission», teilte Condor dazu mit. «Erst nach einer positiven Entscheidung aus Brüssel wird der Kreditbetrag von der KfW ausgezahlt.» Wann die Entscheidung aus Brüssel folge, könne man noch nicht sagen.

«4900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Partner und Kunden von Condor danken der Bundesregierung und der hessischen Landesregierung für ihre Zusage», sagte Condor-Chef Ralf Teckentrup. Condor sei ein operativ gesundes und profitables Unternehmen, welches auch im laufenden Jahr ein positives Ergebnis verzeichnen werde. «Weil unsere Liquidität für die saisonal bedingt schwächere Buchungsperiode von unserer insolventen Muttergesellschaft verbraucht wurde, benötigen wir diese Brückenfinanzierung für den Winter», so der Condor-Chef. Der Flugbetrieb laufe wie geplant weiter.

Schutz vor Thomas-Cook-Forderungen

Thomas Cook, britischer Reiseriese und Condor-Mutterkonzern, hatte am Montag in den frühen Morgenstunden Insolvenz angemeldet. Die britische Thomas Cook Airlines UK stellte daraufhin den Betrieb ein. Nun erklärte Condor: «Um sich von möglichen Forderungen der insolventen Konzernmutter Thomas Cook Group zu befreien und sich aus dem Konzernverbund zu lösen, beabsichtigt die Condor Flugdienst einen Antrag auf Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens zu stellen.» So wolle man sich von möglichen Forderungen des Mutterkonzerns befreien.

Das Schutzschirmverfahren ist eine Besonderheit des deutschen Insolvenzrechts, das in Fällen mit einer positiven Aussicht auf eine erfolgreiche Restrukturierung von Gericht gewährt werden kann. Darüber hinaus wird ein vorläufiger Gläubigerausschuss bestellt, in dem die wesentlichen Gläubigergruppen wie die Lieferanten, Arbeitnehmer und Flughafenbetreiber vertreten sind.

Pro- und Contra-Stimmen

Vor der Entscheidung hatte sich etwa die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit für die Gewährung des Kredites ausgesprochen. «Wir appellieren an die Bundesregierung, ihrer Verantwortung für die Arbeitsplätze bei gerecht zu werden und den beantragten staatlichen Überbrückungskredit zu gewähren», so die Piloten. «Condor ist profitabel, das Unternehmen hat eine Zukunft.»

Dagegen hatte sich der Präsident des Steuerzahlerbunds, Reiner Holznagel, gegen die staatliche Hilfe positioniert. «Der Staat ist nur aufgerufen zu helfen, wenn wirklich Gefahr im Verzug ist oder Menschen in Not sind», sagte Holznagel. «Das sehe ich hier nicht.» Im Fall der Pleite von Air Berlin, als der Staat damals Unterstützung leistete, sei es um viele Bürger gegangen, die Linienflüge gebucht und keine Versicherung gehabt hätten. Bei Condor gehe es um «einen Ferienflieger mit Pauschalangeboten», die versichert seien.

Air Berlin hatte 150 Millionen bekommen

Die deutsche Fluggesellschaft Air Berlin war im Sommer 2017 in die Insolvenz gegangen. Mithilfe eines staatlichen Überbrückungskredites in Höhe von 150 Millionen Euro hielt die Fluglinie den Betrieb zunächst aufrecht. Im Herbst musst Air Berlin dann aber endgültig aufgeben. Mittlerweile hat der Insolvenzverwalter die 150 Millionen Euro zurückgezahlt. Es fehlen noch rund 27 Millionen Euro an Zinsen.

Mehr zum Thema

1970 stiess die Königin der Lüfte zur Flotte. Condor war damit eine der ersten Airlines überhaupt, welche die Boeing B747-200 einsetzte.

Die lange Tradition des Ferienfliegers Condor

Thomas-Cook-Logo: Von der Pleite der britischen Mutter war Thomas Cook Aviation zunächst nicht betroffen.

Thomas Cook ist am Ende

Airbus A321 von Thomas Cook Airlines: Gute Chancen auf dem Leasingmarkt.

Flugzeuge von Thomas Cook sind heiß begehrt

Flieger on Silver Airways: Hebt nicht mehr ab.

Silver Airways stellt alle Flüge ein

Video

Zwei Mitarbeitende von Alaska Airlines: Teil des Sicherheitsvideos.
Die fünftgrößte Fluggesellschaft der USA führt erstmals in ihrer Geschichte ein eigenes Sicherheitsvideo ein. Der Schritt von Alaska Airlines erfolgt aus einem ganz bestimmten Grund.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
southwest airlines  independence one
Die Vereinigten Staaten feiern das Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung und damit ihren 250. Geburtstag. Southwest Airlines nimmt das als Anlass für eine Sonderlackierung.
Timo Nowack
Timo Nowack
ryanair marseille
Viele Fluggäste kamen in Marseille nicht schnell genug durch die Sicherheitskontrollen, um ihren Flug nach Marrakesch zu erreichen. Rund 30 von ihnen liefen daraufhin aufs Vorfeld zur geparkten Boeing 737 von Ryanair. Nun gibt es viele gegenseitige Beschuldigungen.
Timo Nowack
Timo Nowack