Am 10. Juni berichtete das Luftfahrtportal Analytic Flying von einem ungewöhnlichen Fund in den Daten für die Slotvergabe am Flughafen Sydney für die Zeit ab dem 25. Oktober 2026. Dort tauchten sieben tägliche Hin- und Rückflüge einer noch nicht genannten Airline auf.
Analytic Flying folgerte aus der hohen Fluganzahl, dass es sich um Inlandsflüge handeln muss. Zudem rechnete das Portal anhand der angegebenen gesamten Sitzanzahl aus, dass Flugzeuge mit maximal 189 Plätzen zum Einsatz kommen sollen.
Billigflieger aus Vietnam als Konkurrenz für Qantas und Virgin
In den Kommentaren zu dem Beitrag hofften manche, dass eines der Start-ups Koala Airlines oder Zinc an den Start gehen könnte. Andere spekulierten über eine mögliche Rückkehr von Rex, die nur noch im Regionalverkehr tätig ist, auf die größere Bühne. Ein Kommentator brachte sogar einen möglichen neuen Anlauf der 2024 gescheiterten Bonza ins Gespräch.
Doch nun berichtet die Zeitung Australian Financial Review, dass eine ganz andere Fluggesellschaft dahinterstecken soll: Vietjet Air. Demnach hat der vietnamesische Billigflieger schon erste behördliche Schritte unternommen, um eine Tochter in Australien zu gründen, die Qantas und Virgin Australia im Inland Konkurrenz machen soll.
Viertjet will mit Boeing 737 in Australien starten
Demnach soll Vietjet auch bereits ein Luftverkehrsbetreiberzeugnis (im Englischen Air Operator Certificate, kurz AOC) in Australien beantragt haben. Die australische Luftfahrtbehörde wollte sich dazu gegenüber dem Magazin Aviation Week zwar nicht äußern und auch von Vietjet gibt es bisher noch keine Stellungnahmen. Branchenkreise bestätigten gegenüber Aviation Week aber die Richtigkeit des Berichts von Australian Financial Review.
Unklar ist derweil, ob Vietjet schnell genug die behördlichen Freigaben erhält, um die zugeteilten Slots schon ab Oktober zu nutzen. Laut den Informationen von Australian Financial Review plant die Fluglinie den Start mit zehn Boeing 737. Die einzigen Jets dieser Art bei Vietjet Group sind aktuell zehn Boeing 737 Max 8 mit je 189 Plätzen, die derzeit für die Tochter Vietjet Air Thailand fliegen. Allerdings hat der Konzern bei Boeing noch offene Bestellungen für weitere 191 Boeing 737 Max, wie das Orderbuch des Flugzeugbauers zeigt.
Vietjet fliegt auch schon in Thailand und Kasachstan
Bisher bietet Vietjet über Tochterfluglinien im Ausland bereits Inlandsflüge in Thailand und Kasachstan an. Was Australien angeht, steuert Vietjet Air aktuell Syndney, Brisbane, Melbourne und Perth von Ho Chi Minh City in ihrem Heimatmarkt Vietnam aus an.
Derweil soll es laut der Zeitung The West Australian auch Gerüchte geben über eine mögliche Zusammenarbeit zwischen Vietjet und Koala Airlines. Laut Australian Financial Review hatte die vietnamesische Fluglinie schon im Zuge der Bonza-Pleite Interesse an deren Luftverkehrsbetreiberzeugnis gezeigt, woraus am Ende aber nichts wurde.
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