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Russlands Krieg und Chinas Covid-Politik belasten Frachtmarkt

In der Corona-Krise war der Frachtverkehr noch der Klassenbeste in der gebeutelten Luftfahrtbranche. Doch die aktuelle Weltlage mit dem russischen Krieg gegen die Ukraine belastet auch das Cargogeschäft.

So sank mit März 2020 im Vergleich zum März 2021 die weltweite Nachfrage, gemessen in Frachttonnenkilometern, um 5,2 Prozent, wie der Airline-Dachverband Iata mitteilt. Die Kapazität lag um 1,2 Prozent über der vom März 2021. Dies liegt zwar im positiven Bereich, ist jedoch ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Anstieg von 11,2 Prozent im Februar im Vergleich zum Vorjahr. Asien und Europa verzeichneten die größten Kapazitätsrückgänge.

Es sind laut Iata mehrere Faktoren im operativen Umfeld zu beachten:

Der Krieg in der Ukraine führte zu einem Rückgang der Frachtkapazitäten im Europaverkehr, da mehrere Fluggesellschaften mit Sitz in Russland und der Ukraine wichtige Frachtunternehmen sind. Die Sanktionen gegen Russland führten zu Unterbrechungen in der Produktion. Und die steigenden Ölpreise wirken sich negativ auf die Wirtschaft aus und erhöhen auch die Kosten für die Schifffahrt.

Die neuen Exportaufträge, ein führender Indikator für die Frachtnachfrage, sind jetzt auf allen Märkten außer den USA rückläufig. Der Indikator des Einkaufsmanagerindex, der die weltweiten neuen Exportaufträge erfasst, fiel im März auf 48,2 – dies war der niedrigste Wert seit Juli 2020.

Der globale Warenhandel ist 2022 weiter zurückgegangen, wobei Chinas Wirtschaft unter anderem wegen der Covid-19-bedingten Abriegelungen langsamer wächst und die Unterbrechungen der Lieferketten durch den Krieg in der Ukraine verstärkt werden.

Die allgemeine Verbraucherpreisinflation für die G7-Länder lag im Februar 2022 bei 6,3 Prozent im Jahresvergleich, dem höchsten Wert seit 1982.

«Die Luftfrachtmärkte spiegeln die globalen wirtschaftlichen Entwicklungen wider. Im März hat sich das Handelsumfeld verschlechtert», sagt Willie Walsh, Generaldirektor der Iata. «Die Kombination aus dem Krieg in der Ukraine und der Ausbreitung der Omicron-Variante in Asien führte zu steigenden Energiekosten, verschärfte die Unterbrechung der Lieferketten und verstärkte den Inflationsdruck.» Ein Frieden in der Ukraine und eine Änderung der Covid-19-Politik Chinas würden viel dazu beitragen, den Gegenwind für die Branche zu mildern, so Walsh weiter. «Da beides kurzfristig nicht zu erwarten ist, müssen wir mit wachsenden Herausforderungen für die Luftfracht rechnen, während sich die Passagiermärkte immer schneller erholen.»