Letzte Aktualisierung: um 17:49 Uhr
Partner von  

Lufthansa flog 2019 tieferen Betriebsgewinn ein

«Die Verbreitung des Coronavirus hat die gesamte Weltwirtschaft und auch unser Unternehmen in einen bislang ungekannten Ausnahmezustand versetzt. Aktuell kann niemand absehen, welche Folgen sich daraus ergeben. Dieser außergewöhnlichen Situation müssen wir mit drastischen und zum Teil schmerzhaften Maßnahmen begegnen. Gleichzeitig müssen wir der besonderen Verantwortung gerecht werden, die Fluggesellschaften in ihren Heimatländern tragen. Wir tun alles, um mit Rückkehrerflügen so viele Passagiere wie möglich nach Hause zu bringen. Und wir helfen nach Kräften mit, dass Lieferketten für viele Tausend Betriebe nicht abreißen, indem wir zusätzliche Kapazitäten für Luftfrachttransporte mobilisieren. Je länger diese Krise andauert, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Zukunft der Luftfahrt ohne staatliche Hilfe nicht gewährleistet werden kann. Angesichts der massiven Auswirkungen der Coronakrise rückt die heutige Veröffentlichung unserer Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr leider in den Hintergrund», so Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr.

Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) der Lufthansa Group lag 2019 mit 2,0 Milliarden Euro trotz erheblicher Belastungen im Rahmen der Prognose. Haupttreiber für den Rückgang waren um 600 Millionen Euro gestiegene Treibstoffkosten sowie eine spürbare wirtschaftliche Abkühlung, vor allem in den Heimatmärkten des Konzerns. Außerdem belasteten der hohe Preisdruck im europäischen Markt aufgrund von Überkapazitäten sowie die Abschwächung des globalen Luftfrachtmarkts die Ergebnisentwicklung. Der Umsatz der Lufthansa Group stieg im Jahr 2019 um 2,5 Prozent auf 36,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 35,5 Milliarden Euro). Die bereinigte Ebit-Marge betrug 5,6 Prozent (Vorjahr: 8,0 Prozent). Das Konzernergebnis ging um 44 Prozent auf 1, 2 Milliarden Euro zurück (Vorjahr: 2,2 Milliarden Euro).

Die um Währungseffekte bereinigten Stückerlöse der Passagierairlines des Konzerns sind im Jahr 2019 um 2,5  Prozent gesunken, insbesondere durch Überkapazitäten in den Heimatmärkten der Lufthansa Group. Gleichzeitig konnten die um Treibstoff- und Währungseffekte bereinigten Stückkosten im Jahr 2019 um 1,5 Prozent gesenkt werden und damit im vierten Jahr in Folge. Im Jahr 2019 hat die Lufthansa Group 3,6 Milliarden Euro investiert (Vorjahr: 3,8 Milliarden Euro), ein Großteil davon in neue Flugzeuge. Der Adjusted Free Cashflow ging aufgrund gesunkener Gewinne und höherer Steuerzahlungen auf 203 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 288 Millionen Euro). Der Return on Capital Employed (Adjusted ROCE) nach Steuern ist auf 6,6 Prozent zurückgegangen (Vorjahr: 10,8 Prozent).

Zum Jahresende beliefen sich zinstragenden Nettoverbindlichkeiten auf 4,3 Milliarden Euro. Zuzüglich der im Zuge der Anwendung von IFRS 16 erstmalig bilanzierten Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 2,4 Milliarden Euro, betrug die Nettokreditverschuldung damit rund 6,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,5 Milliarden Euro). Die Pensionsverbindlichkeiten stiegen um 14 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 5,9 Milliarden Euro), im Wesentlichen aufgrund des auf 1,4 Prozent gesunkenen Zinssatzes zur Abzinsung von Pensionsverpflichtungen (Vorjahr: 2,0 Prozent).

Um seine starke finanzielle Position abzusichern, hat der Konzern in den vergangenen Wochen zusätzliche Mittel in Höhe von rund 600 Millionen Euro aufgenommen. Aktuell verfügt der Konzern damit über liquide Mittel von rund 4,3 Milliarden Euro. Hinzu kommen ungenutzte Kreditlinien von rund 800 Millionen Euro. Weitere Mittelaufnahmen befinden sich aktuell in Umsetzung. Unter anderem wird der Konzern dafür Flugzeugfinanzierungen nutzen.

«Die Lufthansa Group ist finanziell gut gerüstet, um auch einer außergewöhnlichen Krisensituation wie der jetzigen zu begegnen. 86 Prozent der Konzernflotte befinden sich in unserem Eigentum und sind weitestgehend unbelastet, was einem Buchwert von rund 10 Milliarden Euro entspricht. Zudem haben wir uns entschlossen, der Hauptversammlung eine Aussetzung der Dividendenzahlung vorzuschlagen und stellen in unseren Heimatmärkten Anträge auf Kurzarbeit», sagt Ulrik Svensson, Finanzvorstand von Lufthansa.