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London Heathrow bekämpft illegalen Wildtierhandel mit künstlicher Intelligenz

Der Flughafen London Heathrow hat sich mit Microsoft zusammengetan, um das weltweit erste System künstlicher Intelligenz zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Wildtieren zu testen. Das «Projekt SEEKER» kommt illegalem Tierhandel in Fracht und Gepäck auf die Schliche, indem es bis zu 250.000 Gepäckstücke pro Tag scannt. Es ist besonders effektiv bei der Erkennung von Elfenbeinteilen wie Stoßzähnen und Hörnern. Durch die frühzeitige Identifizierung haben die Behörden mehr Zeit, mehr Möglichkeiten und mehr Informationen, um kriminelle Händler zu verfolgen.

Neben Microsoft wurde das Projekt SEEKER in Zusammenarbeit mit der UK Border Force und Smiths Detection entwickelt und wird von der Royal Foundation unterstützt. Microsoft-Entwickler haben SEEKER beigebracht, Tiere oder Produkte zu identifizieren, wie zum Beispiel illegale Produkte, die in Arzneimitteln verwendet werden. Versuche in Heathrow haben gezeigt, dass der Algorithmus in nur zwei Monaten auf jede beliebige Art trainiert werden kann. Die Technologie alarmiert automatisch Sicherheits- und Grenzschutzbeamte, wenn sie in einem Fracht- oder Gepäckscanner einen illegalen Wildtierartikel entdeckt.

«Der illegale Handel mit Wildtieren gehört zu den fünf lukrativsten Verbrechen weltweit und wird oft von hoch organisierten kriminellen Netzwerken betrieben, die unsere Transport- und Finanzsysteme ausnutzen, um illegale Tierprodukte und ihre kriminellen Gewinne um die Welt zu transportieren», erklärt Lord William Hague, Vorsitzender der United for Wildlife Taskforce.

Nach den Versuchen in Heathrow ruft Microsoft nun Naturschutzorganisationen, Strafverfolgungsbehörden und andere große Verkehrsknotenpunkte auf, das Projekt SEEKER einzusetzen und dabei zu helfen, die Fähigkeiten des KI-Modells zu verbessern.