Gewerkschaften wettern gegen Slot-Pläne der EU

Unverständnis bei Gewerkschaften: Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation Ufo und die Vereinigung Cockpit VC sehen in den Slot-Plänen der EU-Kommission eine wesentliche Verschärfung der akuten Lage des Luftverkehrs. 

Airlines müssen laut den Plänen mindestens 50 Prozent ihrer Slots, also Start- und Landerechte, im Winterflugplan 2021/2022 nutzen, um diese dann sicher in den Sommerflugplan 2022 übertragen zu können. Im Rahmen der Corona-Pandemie hatte die EU-Kommission die strengen Slot-Regularien vorübergehend ausgesetzt und nur ein Mindestmaß an Slot-erhaltenen Flügen gefordert.  

«Für uns ist es nicht nachvollziehbar, wie in der aktuellen Situation solche Entscheidungen getroffen werden können», so Kassa Mbuambi, Vorstandsvorsitzender der Ufo. «Der europäische Luftverkehr befindet sich noch in den Anfängen der Erholungsphase, aber immer noch weit entfernt von einem Niveau wie vor der Krise.»

«Wir müssen Leerflüge auf jeden Fall vermeiden», sagt Stefan Herth, Präsident der Vereinigung Cockpit. «Aus umweltpolitischer Sicht ist die von der EU beschlossene 50-Prozent-Regel nicht nachvollziehbar.» Die Krise sei noch lange nicht vorbei und die Luftverkehrswirtschaft brauche politische Rückendeckung.

Auch der Airline-Dachverband Iata hatte sich schon kritisch zu den Slot-Plänen geäußert. Der Flughafenverband ACI Europe begrüßte den Kurs der EU-Kommission dagegen.

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