Letzte Aktualisierung: um 23:13 Uhr
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Flughafen Friedrichshafen mit höherem Jahresverlust

Neben der Insolvenz der Germania konnte auch die Turkish Airlines wegen des Groundings der Boeing 737 Max das Flugprogramm nicht im geplanten Umfang durchführen. Dank der Reaktion des Flughafen-Managements konnten insbesondere mit neuen Airlines, wie beispielsweise Corendon Airlines, Sun Express und Bulgarian Air Charter sowie der neuen Verbindung der Sun-Air nach Hamburg ein großer Teil der Flüge und Passagiere und damit des Umsatzverlustes kompensiert werden. Während der temporären Schließung des Flughafens Memmingen wurde außerdem das gesamte Programm der Wizz Air erfolgreich in Friedrichshafen abgefertigt. Dadurch konnte der Passagierrückgang des Bodensee-Airports auf rund 51.000 Passagiere begrenzt werden, statt der minus 170.000 Passagiere, die Germania pro Jahr ausgemacht hätte.

Das Jahresergebnis ist mit einem Fehlbetrag von rund 2,8 Millionen Euro durch die Insolvenz der Germania geprägt. Trotz einem Umsatzverlust aufgrund der Germania-Insolvenz in Höhe von 2,9 Millionen ist das Ergebnis nur 0,9 Millionen schlechter als im Vorjahr. 1,2 Millionen konnten über die kurzfristige Akquisition von Ersatzverkehren im touristischen Segment kompensiert werden. Den restlichen Beitrag lieferten Einsparungen bei den Material- und Personalkosten sowie den Abschreibungen aufgrund geringerer Investitionen als im Vorjahr.

Das Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) belegt, dass der laufende Betrieb des Bodensee-Airport Friedrichshafen – im Gegensatz zu vielen anderen Regionalflughäfen – trotz ungeplanter Rückschläge weiter wirtschaftlich entwickelt werden kann. Der knapp negative Betrag ist Resultat der kurzfristig weggefallenen Einnahmen der Germania. Die Aktivitäten am Bodensee-Airport Friedrichshafen werden mit Nachdruck darauf ausgerichtet, dass alle Voraussetzungen am Flughafen erfüllt sind, wenn die EU bei negativen Betriebsergebnissen ab 2024 keine Betriebsbeihilfen mehr zulässt.

Trotz der einschneidenden wirtschaftlichen Auswirkungen wurde in Friedrichshafen die finanzielle Restrukturierung konsequent weiter verfolgt. Über Gesellschafterdarlehen wurden einerseits insgesamt rund 3,7 Mio. EUR Bankdarlehen getilgt als auch 1,1 Millionen Euro an Investitionen getätigt. Zu berücksichtigen ist außerdem, dass der Flughafen im Gegensatz zu 16 anderen Flughäfen in Deutschland die Flugsicherungskosten in Höhe von rund 1,5 Millionen selber zu tragen hat. Das stellt eine gravierende Belastung für das Jahresergebnis des Bodensee-Airport Friedrichshafen dar und ist auch im Wettbewerb mit anderen größeren Airports nachteilig.