Letzte Aktualisierung: um 22:35 Uhr

Flughafen Hamburg und Christchurch werden Klimapartner

Der Flughafen Hamburg und der Airport Christchurch in Neuseeland wollen künftig gemeinsam auf das Klimaziel Net Zero hinarbeiten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der zukünftigen Nutzung von grünem Wasserstoff. Bis Ende 2035 möchte Hamburg Airport gänzlich auf den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid verzichten (Net Zero) und eine eigene Wasserstoff-Infrastruktur entwickeln.

«Hamburg und Christchurch sind beide sehr ehrgeizig, um ihren Teil zur Dekarbonisierung des Luftverkehrs beizutragen», sagt Malcolm Johns, Chef des Flughafens Christchurch. «Uns ist klar, dass wir dafür Partnerschaften wie die unsere brauchen. Seit einiger Zeit haben wir monatliche Online-Treffen mit Mitgliedern des Teams von Hamburg Airport, bei denen wir Informationen und Wissen austauschen und die Ziele und Erfolge des anderen diskutieren und unterstützen. Jetzt ist es an der Zeit, sich weitere gemeinsame Ziele zu setzen.»

Hamburg und der Christchurch haben eine besondere geografische Verbindung: Mit rund 18.500 Kilometern Entfernung zueinander befinden sie sich genau auf der gegenüberliegenden Seite der Erdkugel. Der Flughafen Hamburg Airport wirtschaftet seit Ende 2021 als erster großer Flughafen in Deutschland CO2-neutral. Ende 2020 wurde Christchurch als weltweit führend bei der Dekarbonisierung von Flughäfen anerkannt, als er als erster Flughafen der Welt den Airport Carbon Accreditation Level 4 erreichte.

Beim Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur stehen die Flughäfen vor der Herausforderung, geeignete technische Speichermöglichkeiten zu entwickeln – unter anderem für tiefkalt verflüssigten Wasserstoff, dessen Einsatz in der Luftfahrt bis 2035 möglich erscheint. In diesem Zusammenhang wird auch die Verwendung von grünem Wasserstoff für Kleinflugzeuge zu untersuchen sein.

Gemeinsam sollen zudem technische und betriebliche Lösungen identifiziert werden, mit denen CO2-Emissionen weiter eingespart werden können. Ein hohes Potenzial sehen beide Flughäfen unter anderem in firmeneigenen Energieparks. Der Flughafen Christchurch setzt dabei auf Photovoltaik in seinem 400 Hektar großen Energiepark Kōwhai Park, der im vergangenen Dezember offiziell angekündigt wurde und auf dem besten Weg ist, der größte Solarenergiepark Neuseelands zu werden. Der Flughafen Hamburg sieht Chancen in der Nutzung von regenerativer Windkraft, unter anderem zur Herstellung von grünem Wasserstoff in der Region.