Letzte Aktualisierung: 15:42 Uhr

Vorwürfe gegen Michael Garvens

Flughafen Köln Bonn beurlaubt Geschäftsführer

Der Aufsichtsrat des Flughafens Köln Bonn hat Geschäftsführer Michael Garvens beurlaubt. Hintergrund sind Vorwürfe über diverse Verfehlungen, die rund eine Million Euro gekostet haben sollen.

Flughafen Köln/Bonn

Flughafen Köln/Bonn: Schwere Vorwürfe gegen die Geschäftsleitung.

Chaostage an deutschen Flughäfen: Nachdem erst gerade bekannt wurde, dass der Bremer Flughafen seinen Geschäftsführer Jürgen Bula abgesetzt hat, knallt es nun auch in Nordrhein-Westfalen. Der Flughafen Köln Bonn hat Geschäftsführer Michael Garvens bis zum 15. Dezember beurlaubt. Das ist das Ergebnis einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung vom Freitag (10. November). Am 15. Dezember findet die nächste Aufsichtsratssitzung statt.

Garvens sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert. So soll es etwa laut Wirtschaftsprüfern eine «äußerst ungewöhnlich» hohe Zahl leitender, aber freigestellter Mitarbeiter geben. Ein Angestellter sei seit elf Jahren freigestellt. Zudem soll eine Frachtfirma bezahlt worden sein, ohne Leistungen erbracht zu haben.

Heikel nach Regierungswechsel

Garvens und die restliche Geschäftsleitung haben nun bis Ende nächster Woche Zeit, sich schriftlich zu den Vorwürfen zu äußern. Der Schaden, den Garvens verursacht haben soll, soll sich auf über eine Million Euro belaufen. Garvens hatte die Vorwürfe als nicht begründeten Verdacht zurückgewiesen. Bisher gilt die Unschuldsvermutung.

Das Ganze erhält nach den Wahlen in Nordrhein-Westfalen auch eine politische Dimension. Der Flughafen Köln Bonn befindet sich öffentlicher Hand. Zu ähnlichen Teilen gehört er der Stadt Köln, dem Bundesland und dem Bund. Nach den Landtagswahlen haben SPD und Grüne die Mehrheit verloren. Das zieht einen Wechsel im Aufsichtsrat mit sich. So soll etwa der Vorsitzende Kurt Bodewig (SPD) von Friedrich Merz (CDU) abgelöst werden. Bodewig war offenbar durch einen anonymen Hinweis über die Vorwürfe gegen Garvens informiert worden. Garvens gilt laut Kölner Medien als CDU-nah.



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