Hello stellt Flugbetrieb ein

Stefan Eiselin
Airbus A320 von Hello: Bleibt ab sofort am Boden.
Airbus A320 von Hello: Bleibt ab sofort am Boden.
Hello

Wegen der Krise in der Luftfahrt und eines Betrugsfalls groundete die Schweizer Fluggesellschaft am Sonntagabend ihre Flotte und meldete Insolvenz an.

Es müssen dramatische Tage gewesen sein, welche der Vorstand und der Aufsichtsrat von Hello durchlebten. Sämtliche Versuche kurzfristig neues Kapital zu beschaffen, seien gescheitert. Darum habe man entschieden, den Flugbetrieb heute, Sonntagabend (21. Oktober), um 23.00 Uhr einzustellen, erklärt die Airline auf ihrer Internetseite. Die Flugzeuge und Besatzungsmitglieder seien alle zurück in die Schweiz geflogen worden. Ein unkontrollierter Betriebsabbruch habe so vermieden werden können. Das Unternehmen mit Heimbasis am Euro Airport Basel Mulhouse und rund 140 Mitarbeitern meldete jedoch Insolvenz an. 

Auslöser der finanziellen Krise und des überraschenden Groundings sind gemäß Hello die Zahlungsunfähigkeit zweier französischer Großkunden, die steigenden Kerosinkosten, der  Verlust eines Vertrages mit Tui Deutschland wegen des starken Frankens und auch «der immer härter werdende Konkurrenzdruck im Tourismusgeschäft». Offenbar ebenso schwer wiegen jedoch Verfehlungen des ehemaligen Finanzchefs, der im September entlassen worden war. Die Zahlen, die der Mann dem Management geliefert habe, hätten sich nachträglich als falsch herausgestellt. «Geschäftsleitung und Verwaltungsrat waren deshalb immer überzeugt, es sei genügend Liquidität vorhanden. Dies war aber nicht der Fall», so Hello in der Mitteilung. Noch immer hofft die Airline auf ein Wunder. Die Betriebseinstellung sei «vorübergehend», schreibt sie. Der Konkursrichter gab ihr noch Zeit bis Ende November, um an Geld zu kommen. Man befinde sich in Gesprächen mit verschiedenen Interessenten, so Geschäftsführer Robert Somers im Interview mit aeroTELEGRAPH.

Hart für Moritz Suter

Für Hello-Gründer Moritz Suter muss es ein bitteres Déjà-vu sein. Der ehemalige Crossair-Chef und zwischenzeitliche Swissair-Chef erlebte den Niedergang der Schweizer Nationalairline Ende 2001 hautnah. 2003 gründete er dann wieder eine eigene Schweizer Airline, den Betrieb nahm Hello 2004 auf. Ursprünglich sollte sie Linienflüge anbieten. Doch seit 2005 verkehrt sie nur noch als Charterflieger. Von ihrer Basis in Basel aus sowie von Genf und Zürich fliegt Hello mit ihren vier Airbus A320-200 hauptsächlich Ziele in der Mittelmeerregion an. 

Lesen Sie hier das Interview mit Hello-Geschäftsführer Robert Somers.

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