Piste des Flughafens Thiruvananthapuram: Sie war am besagten Tag nicht zu sehen.

Jet AirwaysBlinde Landung beim siebten Versuch

Die Crew einer Boeing 737 von Jet Airways brach die Landung wegen schlechtem Wetter an zwei Flughäfen sechs mal ab. Beim siebten Mal klappte es gerade noch. Der Tank war so gut wie leer.

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«Weißt du wo die Piste ist?» Diese bange Frage stellte der Kopilot einer Boeing 737 seinem Kollegen im Cockpit. «Ich machs einfach blind», lautete die nicht wirklich beruhigende Antwort des Flugkapitäns. Nur knapp entgingen die 150 Insassen des Flugzeuges von Jet Airways einer Katastrophe, wie der jetzt bekannt gewordene Untersuchungsbericht der indischen Luftfahrtbehörde Directorate General of Civil Aviation DGCA zeigt.

Die Boeing 737 war am 17. August 2015 in Doha gestartet. Flug 9W 555 hätte die Passagiere nach Cochin bringen sollen. Doch am Ziel herrschte garstiges Wetter. Die Sicht war miserabel. Drei Mal versuchten die beiden Piloten zu landen - ohne Erfolg. Sie entschlossen sich deshalb, nach Thiruvananthapuram zu fliegen. Eigentlich wäre Bengaluru der offizielle Ausweichflughafen. Doch dazu reichte der Treibstoff nicht mehr, schreibt die Zeitung Hindustan Times mit Bezug auf den Bericht.

Scharfe Kurve knapp über Boden

Die Crew visierte deshalb das näher gelegene Thiruvananthapuram an. Doch auch dort war das Wetter nicht wirklich besser. Der erste Landeversuch misslang. Nun sandten die Piloten den Notruf «Mayday» aus. Die Lage besserte sich nicht. Weitere Versuche scheiterten. Auch die Landeversuche fünf und sechs gelangen nicht.

Danach kam es zum beunruhigenden Gespräch über die Lage der Piste. Nach dem sechsten missratenen Versuch machte der Flugkapitän eine scharfe Kurve und wendete das Flugzeug um 180 Grad. Denn nun war der Kerosinpegel beunruhigend tief gefallen. Nur noch 662 Kilogramm befanden sich im Tank.

349 Kilogramm Kerosin

Die Wende führte die Crew auf derart tiefer Höhe aus, dass die Warnung vor einem Zusammenstoß mit dem Gelände im Cockpit erklang: «Terrain, pull up». Der Pilot habe die Landung trotz Warnungen und «ohne Sicht» weitergeführt, so der Bericht des Directorate General of Civil Aviation. Kein Wunder - der Boeing 737 drohte der Treibstoff auszugehen.

Am Ende landete die Maschine von Jet Airways auf der Piste. Als sie am Gate ankam, waren noch 349 Kilogramm Kerosin im Tank - das würde gerade noch für rund zehn Minuten normalen Flug reichen. Jet Airways erklärte, der beispiellose Fall sei den Umständen geschuldet. Dennoch hat die Airline hat den Flugkapitän inzwischen degradiert.

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