Letzte Chance für Air Mali

Stefan Eiselin
Passagier und Flugbegleiterin von Air Mali: Kaum mehr Arbeit.
Passagier und Flugbegleiterin von Air Mali: Kaum mehr Arbeit.
Air Mali

Der Terror im Lande setzt der afrikanischen Fluglinie arg zu. Das spürt auch ihr Aktionär Prinz Aga Khan.

Mord, Entführungen, Vergewaltigungen. Das sind nicht die Schlagzeilen, die Touristen anziehen. Aus Mali kommen seit einigen Monaten aber solche abscheulichen Nachrichten. Die Regierung verlor längst die Kontrolle über den Norden des Landes. Dort wüten jetzt Tuareg-Rebellen der Nationalen Bewegung für die Befreiung des Azawad mit brutaler Gewalt. Daneben ziehen islamische Extremisten der Gruppe Ansar Dine durch Mali und zerstören jahrhundertealte Kulturgüter. Wiederholt wurden in den nördlichen Regionen auch Ausländer entführt. Kurzum: Der nordafrikanische Staat droht im Chaos zu versinken. Der Staatsstreich vom März 2012 brachte keine Beruhigung. Im Gegenteil: Seither bekämpfen sich die Truppen der Putschisten und des ehemaligen Präsidenten.

Es ist daher kein Wunder, dass die nationale Fluggesellschaft aus dem letzten Loch pfeift. Alleine im Mai gingen ihre Einnahmen um 45 Prozent zurück. Seit dem Staatsstreich resultierte bereits ein Verlust von 540 Millionen CFA-Francs auf (rund 80 Millionen Euro), wie das Nachrichtenportal Afrik berichtet. Deshalb legte Air Mali zwei alte McDonnell Douglas MD-87 still und fliegt jetzt nur noch mit einem Flugzeug - einer Bombardier CRJ200. Die Zahl der Routen wurde ebenso stark reduziert. Die Metropolen Abidjan, Accra und Conakry werden nicht mehr bedient. Und die Zahl der Miatrbeitenden wird von 222 auf 199 reduziert.

Wenig inländische Aktionäre

Air Mali wurde 2005 gegründet. Die Fluggesellschaft gehört nur zu 2 Prozent dem Staat, mit 4 Prozent sind private malische Investoren beteiligt. Mit rund 94 Prozent der Anteile aber ist Prince Karim Aga Khan IV der größte Aktionär.


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