Letzte Aktualisierung: 17:49 Uhr

Hohe Schulden

VLM Airlines rettet sich in Gläubigerschutz

Die belgische VLM Airlines kann ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen. Darum beantragte sie Gläubigerschutz. Das dürfte den Flughafen Friedrichshafen beunruhigen.

VLM

Flieger von VLM: Die Airline steckt in finanziellen Problemen.

VLM Airlines hat bei einem Gericht in Antwerpen Gläubigerschutz für sechs Monate beantragt. Das meldet die belgische Zeitung De Tijd. Inzwischen hat die belgische Fluggesellschaft das bestätigt. Mit dem Schritt  hofft sie, ihre alten Schulden abzahlen zu können. «Wir befinden uns gerade in einer massiven Restrukturierungsphase», so Geschäftsführer Hamish Davidson bei einem Treffen am Freitag (13. Mai). «Unsere Investoren, Kunden und Angestellten sind unsere oberste Priorität.» Man habe die Maßnahme eingeleitet, um ihnen allen eine sichere Zukunft zu garantieren.

Grund zur Unruhe bestehe nicht, so Davidson. Die Restrukturierung sei auf gutem Weg. Ob das die Nervosität bei Gläubigern und Mitarbeitenden mildert, ist allerdings fraglich. Im vergangenen Jahr schrieb VLM einen Verlust von 13 Millionen Euro. Die Schulden belaufen sich inzwischen auf rund 6 Millionen. Laut einem Bericht der belgischen Zeitung De Tijd blieb der Airline denn auch keine andere Wahl, als der Gläubigerschutz. Die KBC Bank hatte zuvor ihre Konten gesperrt. Erst in dieser Woche hatte der Flughafen Antwerpen, wo VLM ihre Basis unterhält, öffentlich um Zahlung einer Rechnung über 100.000 Euro gebeten.

Friedrichshafen mit unangenehmem Déjà-vu

Auch ein anderer Flughafen dürfte mit dieser Entwicklung nicht besonders glücklich sein: Der Bodensee-Airport in Friedrichshafen. Erst im vergangenen November geriet er nach der Pleite der heimischen Airline Intersky in Turbulenzen. Intersky hatte den größten Teil der Flüge ab Friedrichshafen angeboten und der Flughafen war ohne das Angebot nicht mehr annähernd rentabel.

VLM sprang schließlich in die Bresche. Ab Februar übernahmen die Belgier die Strecken vom Bodensee-Airport nach Berlin, Düsseldorf und Hamburg. «Mit VLM konnten wir einen mittelständischen Partner gewinnen, der hervorragend zu uns passt», kommentierte bei der Bekanntgabe Flughafen-Geschäftsführer Claus-Dieter Wehr. Nun muss er bangen, dass die vermeintliche Retterin dasselbe Schicksal ereilen könnte wie bereits Intersky. Die Auslastung soll indes ansprechend sein und VLM eher helfen als schaden.

VLM erst seit 2014 im Liniengeschäft

VLM stieg erst im Dezember 2014 ins Liniengeschäft ein. Die belgische Fluglinie konzentriert sich dabei auf Nischenmärkte. So fliegt sie derzeit von Antwerpen nach Birmingham, Genf, Hamburg und Southampton. Von Rotterdam aus bedient sie Hamburg, von Waterford in Irland aus Birmingham und London Luton. Zur Expansion wollte VLM einst auch Superjet 100 nutzen. Doch dazu kam es nie. Im März gab die Fluggesellschaft bekannt, die Order zu stornieren.



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