Lufthansa schockt Augsburg

Stefan Eiselin
Embraer 195 von Augsburg: Die Lufthansa verzichtet.
Embraer 195 von Augsburg: Die Lufthansa verzichtet.
Augsburg Airways

Die deutsche Fluggesellschaft kündigte den langjährigen Vertrag mit Augsburg Airways. Die ist damit akut gefährdet, wie das Beispiel von Contact Air zeigt.

Am Freitag, 26. Oktober, traf das Kündigungsschreiben aus Frankfurt am Hauptsitz in Hallbergmoos beim Flughafen München ein. Die Lufthansa verzichtet ab Ende des Sommerflugplans 2013 auf die Dienste von Augsburg Airways. Für die Mitarbeitenden ist das ein herber Schlag. Die Regionalairline flog unter der Marke Lufthansa Regional fast ausschließlich für die große deutsche Fluglinie. So deckte sie unter anderem mit ihren Embraer 195 die Strecken von München nach Basel, Genf, Graz, London City, Prag, Turin oder Zürich ab. Mit ihren Bombardier Dash 8 flog sie ab der bayerischen Metropole etwa nach Budapest, Breslau, Dresden, Paderborn oder Stuttgart. Der Wegfall des Großauftrags bedeutet für Augsburg Airways den Verlust von Millionen an Einnahmen.

Ab Herbst 2013 will die Lufthansa den Europaverkehr am Flughafen München mit ihren Töchtern Lufthansa City Line und Air Dolomiti abdecken. Das hat für Augsburg Airways Folgen. Die Vertragsauflösung treffe 450 Mitarbeitende, darunter auch die 150 Piloten, erklärte ein Sprecher von Augsburg Airways gegenüber der Bild-Zeitung. Wie es mit ihnen weitergehe, sei unklar. Augsburg betreibt eine Flotte von 15 Flugzeugen und bedient ab München 37 Destinationen in Deutschland und Europa.

Abschreckendes Beispiel

Wie existenzbedrohend eine solche Vertragsauflösung sein kann, zeigt das Beispiel der Stuttgarter Contact Air. Sie flog mit sechs Fokker 100 ebenfalls überwiegend für die Lufthansa. Doch die deutsche Airline beendete den Vertrag auf den Winterflugplan 2012/13. Das stellte Contact vor große finanzielle Probleme. Schließlich musste sie sich in die Arme von OLT Express retten.


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