Heckflosse eines Fliegers von Hi Fly: Das Logo prangt bald auch auf A380.

Interview mit Paulo Mirpuri«Hi Fly hilft, den A380 zu vermarkten»

Hi Fly beschafft sich Airbus A380. Chef Paulo Mirpuri erklärt im Interview, weshalb sich seine Fluglinie für den Superjumbo entschied, was er mit ihm vorhat und wer Kunde sein könnte.

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Wie lange schauten Sie sich bei Hi Fly den Airbus A380 schon an?

Paulo Mirpuri:  Hi Fly ist Betreiber von Großraumflugzeugen - momentan sind es Airbus A330 und A340. Der Airbus A380 ist da eine logische Ergänzung des Produktangebots. Wir haben fast zwei Jahre lang an diesem Projekt gearbeitet. Wir glauben, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für die Einführung des A380 ist.

Die Leasingraten für den A380 gelten momentan als attraktiv. Haben Sie darum diese Gelegenheit wahrgenommen?

Der Preis und die Leasingraten des A380 sind momentan hinreichend attraktiv für die Möglichkeiten, die das Flugzeug einem bietet.

Wie lange werden die Verträge für die beiden A380 laufen, die Sie ab Anfang 2018 einflotten?

Sie laufen sechs Jahre, wir haben aber eine Option auf Verlängerung.

Die A380 sind aber sehr groß. Haben Sie keine Angst, dass sie zu groß für Hi Fly sind?

Wir hatten schon Airbus A340-600 in der Flotte, die sind ja länger als der A380... Die Technologie des A380 ist sehr ähnlich wie die unserer restlichen Flotte. Hi Fly fliegt seit zwölf Jahren Großraumflugzeuge und wir rechnen mit keinen Problemen im Betrieb.

Der Airbus A380 ist eine ideale Plattform für unsere Kunden.

Sie planen eine Konfiguration mit zwei Klassen und 560 Sitzen. Emirates packt in ihre Zweiklassen-A380 55 Passagiere mehr - warum?

Wir setzen die A380 auf Langstrecken ein und wir wollen unseren Kunden ein Premium-Produkt bieten.

Sie haben schon oft Hajj-Flüge für Kunden durchgeführt. Zielen Sie auch darauf ab? Was gedenken sie sonst mit den Flugzeugen zu machen?

Der Airbus A380 ist eine ideale Plattform für unsere Kunden, die ein Langstreckenflugzeug mit Premium-Interieur auf Rennstrecken und zwischen Flughäfen mit wenig Slots brauchen. Hajj-Flüge haben großes Potenzial, aber es gibt viele andere Einsatzmöglichkeiten. Viele Fluggesellschaften zögern, einen A380 vollständig zu übernehmen. Nun können sie ihn für die Hochsaison mitsamt der Crew von Hi Fly mieten. So können auch sie den A380 ausprobieren. Wir glauben, dass einige unserer Kunden später A380 kaufen werden, nachdem sie ihn mit Hi Fly getestet haben. Wir glauben insofern, dass wir helfen, den A380 zu vermarkten.

Sie betreiben derzeit nur Airbus-Flugzeuge. Könnte sich das ändern?

Wir sind seit vielen Jahren ein reiner Airbus-Betreiber. Wir haben keine Absicht, etwas daran zu ändern - solange Airbus weiterhin exzellenten Service bietet und modernste Flieger baut.

Bis jetzt ist Wet-Lease ihr Geschäft. Könnten Sie sich vorstellen, auch mal Linienstrecken anzubieten?

Hi Fly ist auf Wet-lease spezialisiert. Das Geschäft läuft sehr gut. Wir haben keinen Anlass, unsere Strategie zu ändern. Es gibt schon viele sehr gute Linienfluggesellschaften. Wir finden, es braucht da nicht noch eine mehr.

Hi Fly wuchs in den letzten Jahren kräftig. Was bieten Sie an, was andere nicht können?

Hi Fly positioniert sich als Premium-Wet-Lease-Anbieter für Fluggesellschaften und Regierungen weltweit. Wir haben unser Angebot in den letzten zwölf Jahren laufend verbessert. Die Nachfrage nimmt rasant zu.

Paulo Mirpuri ist seit 2005 Chef von Hi Fly. Er baute die Wet-Lease-Spezailistin seither von einem auf rund zwanzig Flugzeuge aus. Zuvor war er Mitgründer von Netjets Europe. Mirpuri ist ausgebildeter Arzt, lizenzierter Airbus-Pilot und Skipper. Er führt neben Hi Fly auch die wohltätige Mirpuri Stiftung.

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