Sicherheitsposition: Zwei Varianten, eine Lösung.

Brace-PositionGeringer Sitzabstand Risiko bei Notlandungen

Der Abstand zwischen Sitzen in der Economy Class wird immer geringer. Eine Expertin warnt nun vor möglichen Risiken bei Notlandungen.

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Luftfahrt

Ist geringer Sitzabstand im Flugzeug nicht nur unbequem, sondern auch gefährlich? Die kanadische Professorin Jan Davies hat bei einer Luftfahrt-Sicherheitskonferenz in Australien davor gewarnt, dass es bei einem Sitzabstand von weniger als 30 Zoll (76 Zentimeter) für eine normale große Person nicht möglich sei, sich im Falle einer Notlandung oder Notwasserung in die richtige Sicherheitsposition zu bringen. Das berichtet ABC Radio Canberra.

Davies, die zur Expertengruppe IBRACE (Research into Aircraft Crash Events) gehört, empfahl als als beste Variante der Sicherheitsposition, die Füße sollten flach auf dem Boden aufliegen und dabei so weit wie möglich hinten stehen. «Ihr Hintern sollte so weit wie möglich hinten im Sitz sein und Ihr Sitzgurt sollte eng und niedrig über Ihren Hüften liegen», so Davies. Man solle sich mit Kopf und Oberkörper nach vorne beugen und sich dann nach vorne bewegen, bis man mit der Schädeldecke den Vordersitz berühre. Die Hände sollten entweder über dem Hinterkopf liegen - mit der dominanten Hand am Kopf und der nicht-dominanten darüber - oder unter den Beinen.

Wie Sardinen in einer Dose

Bei weniger als 30 Zoll Sitzabstand sei es ein Problem, die so genannte Brace-Position richtig einzunehmen, so die Kanadierin. Bei 28 Zoll (71,12 Zentimeter) etwa würde man sich eher mit den Sitznachbarn verkeilen als zwischen dem eigenem Sitz und Vordersitz. Davies verglich die Passagiere in so einer Situation mit «kleinen Sardinen in einer Dose». Ab 30 Zoll sei es möglich, sich selber korrekt in Position zu bringen.

Die Idee der Sicherheitsposition ist, dass die Fluggäste sich im Notfall keine Knochen brechen, keine inneren Verletzungen zuziehen und bei Bewusstsein bleiben, so dass sie in der Lage sind, das Flugzeugwrack zu verlassen. Davies gestand ein, dass es zur optimalen Position noch weiterer Forschung bedarf und dass es auch noch keine veröffentlichten Studien zum Zusammenhang von Sicherheit und verschiedenen Sitzabständen gibt. Allerdings sei ihre Analyse der existierenden Forschung besorgniserregend.

Auch Sorge um Evakuierung

Mit der Kritik an den geringen Sitzabständen - es handelt sich dabei um den Abstand von einem Punkt des Sitzes zum gleichen Punkt des Vordersitzes - ist Davies nicht alleine. In den USA urteilte im Juli eine Richterin des Bundesberufungsgerichts, die Luftfahrtbehörde FAA müsse prüfen, ob es nötig sei, Mindestabstände der Sitze vorzuschreiben.

Die Richterin bestätigte damit Vorwürfe der Gruppe Flyers Rights. Dieser geht es aber nicht um die Sicherheitsposition, sondern um die Sorge, dass die Evakuierung des Flugzeuges im Notfall bei geringem Sitzabstand länger dauern könnte. Außerdem wurde in dem Urteil das durch engere Sitze steigende Risiko von Thrombose genannt.

29,5 Zoll bei Lufthansa

Ein deutsches Beispiel für einen Sitzabstand von unter 30 Zoll liefert etwa der Airbus A320 Neo der Lufthansa. Der durchschnittliche Sitzabstand darin beträgt in der Economy Class 29,5 Zoll. Dabei sind die letzten drei Sitzreihen nur 28 Zoll voneinander entfernt, die meisten Sitze 29 oder 30 Zoll. Zusammengerechnet mit den Notausgangssitzen, bei denen deutlich mehr Platz ist, ergibt sich im Schnitt der Abstand von 29,5 Zoll. Allerdings argumentiert Lufthansa, die neuen Economy-Sitze im A320 Neo seien dünner.

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