Christoph Müller: Von Irland nach Malaysia.

Christoph MüllerDeutscher soll Malaysia retten

Christoph Müller gilt als Sanierer maroder Airlines. Bei Sabena scheiterte er, bei Aer Lingus brillierte der Deutsche. Nun ist Malaysia Airlines dran.

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Ein Manager von Ryanair nannte Christoph Müller einmal einen «Experten für Versager-Fluggesellschaften». In der Tat sah es auf dem Papier auch eine Weile danach aus. Der Mann aus Wuppertal mit BWL-Abschluss von der Universität zu Köln war Chef der belgischen Sabena, als diese am 7. November 2001 Insolvenz anmeldete. Zuvor hatte er im Vorstand der Swissair gesessen, die ebenfalls untergegangen war.

Müllers Karriere tat das aber keinen Abbruch. Im Gegenteil. Ab dann ging es erst recht aufwärts mit dem Leutnant der logistischen Truppe der Bundeswehr. 2002 wechselte er zu DHL, zwei Jahre später stieg Müller in den Vorstand der Deutschen Post auf und 2006 wurde der Mann aus dem Bergischen Land in das Topmanagement des Reiseriesen Tui berufen. Wenn es in diesen Jahren Konstanten gab, dann waren es die Zuständigkeit fürs Fluggeschäft und die schnellen Wechsel.

Aer Lingus wurde zur Renditeperle

Auch bei Tui blieb der heute 53-Jährige nicht lange. 2009 wechselte Müller als Vorstandsvorsitzender bereits wieder, dieses Mal zu Aer Lingus. Der irischen Fluggesellschaft ging es damals schlecht und sie drohte unterzugehen. «Ich habe mich Ende der Achtzigerjahre auf Airline-Sanierungen spezialisiert», begründete Müller den Wechsel einmal in einem Interview mit aeroTELEGRAPH. Dieses Mal schaffte er es auch, das Steuer herumzureißen. Und wie: 2013 erreichte Aer Lingus einen Sitzladefaktor von 78 Prozent und erzielte 34 Millionen Euro Gewinn. Im laufenden Jahr dürfte der Überschuss noch größer ausfallen.

Dieses Wunder soll er nun wiederholen. Denn der malaysische Staatsfonds Khazanah Nasional hat Müller am Freitag (5. Dezember) zum neuen Chef von Malaysia Airlines ernannt. Die Nationalairline des asiatischen Landes steckt seit den Doppelunglücken von MH370 und MH17 tief in den roten Zahlen und droht unterzugehen. Kaum jemand will noch mit Malaysia Airlines fliegen. Müller wurde deshalb explizit als Stratege und Sanierer geholt - oder als Mann der letzten Hoffnung.

Todesdrohungen gegen den Chef

Die Ausgangslage kennt Müller also schon, wenn er spätestens am 1. Mai 2015 in Kuala Lumpur seine Arbeit beginnt. Er muss alles in Frage stellen, was bislang gemacht wurde. Das war auch schon bei Sabena so. Doch es gibt einen großen Unterschied. Im Unterschied zur Aufgabe in Belgien gibt es in Malaysia einen Eigentümer mit Geld. Zudem wurde vieles bei Malaysia Airlines schon angestoßen. So wurde bereits im September ein 12-Punkte-Plan zur Rettung der Airline verabschiedet.

Die Umsetzung obliegt freilich Müller. Dass es auch schief gehen kann, weiß er aus eigener Erfahrung. Doch darauf will er es wohl kaum ankommen lassen. Denn die Erfahrungen bei Sabena waren kaum angenehm. Der gescheiterte Firmenchef musste damals tagelang in einem Hotel in Brüssel eingeschlossen werden, nachdem er Todesdrohungen erhalten hatte.

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