Tatort Erawa-Schrein: Opfer mitten im Touristenquartier.

Weniger TouristenLuftfahrt wird Thailand-Terror zu spüren bekommen

Nach dem fatalen ersten Anschlag ging in Bangkok erneut eine Bombe hoch. Den Effekt des Terrors wird die Tourismusbranche spüren - ebenso wie die Luftfahrt.

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Für Prawit Wongsuwan gibt es keine Zweifel. «Die Verantwortlichen zielen auf eine Zerstörung der Wirtschaft und des Tourismus. Denn das Ereignis passierte mitten im Touristenquartier», so der Verteidigungsminister Thailands. Am Montag ging beim Erawa-Schrein an der belebten Ratchaprasong-Kreuzung mitten in Bangkok eine Rohrbombe hoch. Sie riss 20 Menschen in den Tod und verletzte 125 weitere.

Am Dienstag (18. August) explodierte erneut eine Bombe, dieses Mal am Sathorn-Pier, von dem aus viele Touristen Bootsrundfahrten machen und Einheimische Fähren nehmen. Zum Glück forderte dieser Anschlag keine Opfer. Noch nie zuvor gab es aber derartigen Terror mitten in der thailändischen Hauptstadt. Für das Land ist der Anschlag ein Stich in die Lebensader.

Hongkong warnt vor Reisen, Deutschland nicht

Es erwirtschaftet direkt 10 und indirekt 20 Prozent seiner Einnahmen mit Touristen. Rund sechs Millionen Jobs hängen vom Wirtschaftszweig ab. Bereits vergangenes Jahr sorgten die wochenlangen politischen Unruhen für einen Einbruch der Besucherzahlen auf 25 Millionen. Für 2015 erwarteten die Verantwortlichen aber wieder 29 Millionen Reisende.

Diese Zahl muss nun wohl nach unten korrigiert werden. Hongkong hat seine Bürger aufgefordert, Reisepläne anzupassen und «alle nicht unbedingt nötigen Reisen, inklusive Urlaub, zu vermeiden». Anderswo hält man sich noch zurück. Berlin warnt momentan noch nicht. «Weitere Anschläge auch in anderen beliebten Feriengebieten können nicht ausgeschlossen werden» schreibt das Auswärtige Amt zwar. Reisenden wird aber nur empfohlen, «besonders vorsichtig» zu sein. Australien ermuntert seine Einwohner gar, nach Thailand zu reisen. Denn ein Wegbleiben sei genau, was die Täter erreichen wollten, so Premierminister Tony Abbott.

Noch keine Annullierungen

Die unsichere Lage werden das Land und auch die Luftfahrt spüren - je länger sie anhält. Bereits die wenig blutigen Unruhen im vergangenen Jahr sanken die Einreisen um 10 Prozent. Sicherlich wird daher nun die Nachfrage nach Inlandsverbindungen sinken. Aber auch Zubringerflüge aus anderen Weltregionen dürften weniger ausgelastet sein, wenn der Terror anhält.

Zwischen Europa und Thailand gibt es jede Woche Dutzende von Flügen. Alleine ab Deutschland existieren 21 Verbindungen ins Land des Lächelns, im Winter sind es sogar 23. Auch die Schweiz (19 Flüge im Winterflugplan) und Österreich (14) sind sehr gut mit Thailand verbunden. Derzeit aber ist es bei den europäischen Fluglinien noch ruhig. Man spüre noch keine Zunahme von Bitten zur Umbuchung oder Annullierung von Thailand-Flügen, erklärt eine Sprecherin. Erfahrungsgemäß passiert das auch erst, wenn die Regierungen ihre Reisehinweise verschärfen.

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