Absturz in KolumbienBolivianische Regierung entzieht Lamia die Lizenz

Treibstoffmangel war ziemlich sicher der Grund für den Absturz der Lamia-Maschine im kolumbianischen Medellin. Nun hat Bolivien der Airline die Lizenz entzogen. Auch die Luftfahrtbehörde steht in der Kritik.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Leiter Zerspanung Kleinteile / Stv. Abteilungsleiter (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

«Totalausfall der Elektronik, ohne Treibstoff.» Nur kurz, nachdem der Pilot der in Kolumbien abgestürzten Avro RJ85 diesen Notruf abgegeben hatte, stürzte die Maschine ab. 71 Menschen kamen ums Leben. Dass Treibstoffmangel der Grund für den Absturz war, gilt seit der Veröffentlichung der letzten Funksprüche durch einen kolumbianischen Radiosender als so gut wie sicher. Kein Wunder also, dass sich die Ermittlungen nun auf die Airline Lamia konzentrieren. Der abgestürzte Jet war ihr einziges Flugzeug.

Die bolivianische Regierung hat der Airline mit sofortiger Wirkung die Lizenz entzogen. Zusätzlich suspendierte sie die Führung der Nationalen Luftfahrtbehörde für die Zeit der Ermittlungen. Der Grund dafür: Auch die Behörde muss sich unangenehmen Fragen stellen. Die Flugzeit für die Reise von Santa Cruz in Bolivien nach Medellin wurde zu knapp berechnet, berichtet die bolivianische Zeitung El Deber. Und der Plan, der von der Airline erstellt worden war, wurde vor dem Flug von der Behörde durchgewunken.

Drittland soll bei Auswertung der Blackbox helfen

Es ist ein sehr weiter Flug für eine Avro RJ85. 3000 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Santa Cruz de la Sierra und Medellin. Nonstop ist das nur mit Zusatztanks und verringerter Ladung knapp zu schaffen. Vorgesehen war deshalb, dass das Flugzeug der bolivianischen Chartergesellschaft Lamia auf Flug LMI2933 bei einer absehbaren Knappheit in Bogota zwischenlandet, um neues Kerosin zu tanken.

Einer der beiden Piloten war offenbar ein Mitbesitzer der Airline. Auch er kam bei dem Absturz um. Nun spekulieren Medien darüber, ob er auf den Tankstopp verzichtete, um Geld zu sparen. Bestätigt ist das indes noch nicht. Klarheit erhoffen sich die Ermittler von der ausführlichen Analyse der Blackboxen. Wie El Deber auch berichtet, haben die kolumbianischen Behörden entschieden, dabei ein Drittland hinzuzuziehen. So wolle man Transparenz und Unabhängigkeit garantieren, heißt es als Begründung.

Sechs Überlebende

An Bord des knapp 18-jährigen Jets mit dem Kennzeichen CP-2933 befanden sich 68 Passagiere und 9 Besatzungsmitglieder. Unter ihnen waren 22 Spieler sowie 28 Betreuer der brasilianischen Fußballmannschaft Chapecoense Real, die am Mittwoch im Finale der Copa Sudamericana gegen Atlético Nacional aus Medellín hätte spielen sollen. Mit an Bord waren auch Journalisten. Sechs Insassen überlebten das Unglück.

Mehr zum Thema

Avro RJ85 stürzt in Kolumbien ab

Avro RJ85 stürzt in Kolumbien ab

Black Box: Die Analyse wird Klarheit schaffen.

Pilot meldete vor Landung Treibstoffmangel

hercules absturz kolumbien 01

Lockheed C-130 Hercules in Kolumbien abgestürzt

Das Wrack der Beechcraft 1900 von Satena: Liegt in schwierigem Gelände.

Beechcraft 1900 von Satena stürzt in bergiges Gebiet

Video

Der Moment vor dem Absturz: Die Cessna kollidiert mit dem Gleitschirm.
Eine Paragliderin überlebt mit Glück den Zusammenstoß mit einer Cessna. Der Unfall wirft Fragen auf: Wer muss wem ausweichen? Und warum sehen sich Motorpiloten und Gleitschirmpiloten im selben Luftraum oft erst im letzten Moment?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Ramy RC vor seinem Lufthansa-Airbus-A380: Ganz schön groß.
Ein Airbus A380 als Modellflugzeug klingt spektakulär – doch das von Ramy RC sprengt selbst in der Modellbauwelt die Dimensionen. Der Nachbau des Lufthansa-Superjumbos mit Speziallackierung ist fast neun Meter lang und kann tatsächlich fliegen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
condor flughafen zeichnen
Wer am Flughafen warten muss, kann einen künstlerischen Zeitvertreib ausprobieren. Zeichner Kevin Zych gibt eine kurze Videoanleitung dafür.
Timo Nowack
Timo Nowack