Letzte Aktualisierung: 21:37 Uhr

Kostenfaktor Kerosin

Steigender Ölpreis wird zum Risiko für Airlines

Die Kerosinrechnung von Lufthansa wird dieses Jahr um 400 Millionen Euro höher ausfallen. Andere Fluggesellschaften könnte es viel härter treffen.

Lewis Pratt/Unsplash/CC

Öltanker: Seine Fracht ist wieder viel mehr wert.

Statt 4,9 Milliarden werden es dieses Jahr 5,3 Milliarden Euro sein. Dies kündigte Lufthansa am Freitagabend (6. Januar) an. Die Ausgaben der Fluggesellschaft für Treibstoff steigen damit 2018 im Vergleich zu 2016 um 8 Prozent oder 400 Millionen Euro. Wie Lufthansa wird es in den kommenden Monaten vielen Airlines ergehen.

Der Ölpreis steigt unaufhaltsam. Am 20. Januar 2016 hatte ein Fass der Nordsee-Sorte Brent noch unter 28 Dollar gekostet. Heute, knapp ein Jahr später, sind es 57 Dollar – also mehr als doppelt so viel. Saudi-Arabien hat wie andere Ölförderstaaten begonnen, die Produktion herunterzufahren und so das Angebot zu verknappen. Das lässt den Ölpreis steigen und verteuert entsprechend auch Kerosin.

Mehr Pleiten zu erwarten

Das trifft die Airlines hart  – je nach dem Ausmaß der Preisabsicherungsmaßnahmen, die sie getroffen haben. Die Ausgaben für Kerosin können bis zu einem Drittel ihrer Gesamtkosten ausmachen. Der Wettbewerb um die Passagiere dürfte in den kommenden Monaten nicht nachlassen. Und so können Airlines die Preise nicht genug stark erhöhen um den Effekt zu kompensieren.

Lufthansa setzt deshalb auf Sparmaßnahmen. Während sie und große Fluglinien zudem auch Reserven haben, um den negativen Effekt zu überstehen, wird es für viele kleinere Airlines härter. Das teurere Kerosin sorgt für schnell sinkende Gewinne oder steigende Verluste. Manch eine Fluglinie, die sich jetzt noch knapp über Wasser halten konnte, wird daher aufgeben müssen. 2017 könnte die Branche daher wieder mit einigen Pleiten überraschen.



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