B777X stellt A350 in den Schatten

Laura Frommberg
Boeings B777: Die neue Version soll die Konkurrenz alt aussehen lassen.
Boeings B777: Die neue Version soll die Konkurrenz alt aussehen lassen.
Boeing

Airbus wollte mit dem A350 den US-Konkurrenten in den Schatten stellen. Doch Boeing holt immer weiter auf.

Der effizienteste kommerzielle Jet, der jemals entwickelt wurde - so bewirbt Boeing die B777X-Familie. Noch dieses Jahr dürfte der amerikanische Flugzeugbauer ein erstes Konzept für die Weiterentwicklung des zweistrahligen Verkaufsschlagers vorstellen. Und das setzt den Konkurrenten Airbus mit seinem Konkurrenzmodell A350 ziemlich unter Druck. Das Programm der Europäer läuft momentan ziemlich holprig. Eigentlich sollte der erste Jet schon 2013 ausgeliefert werden. Diesen Zeitpunkt musste Airbus auf das erste Halbjahr 2014 legen. Die finale Produktionsphase des ersten Modells hätte eigentlich schon Ende des vergangenen Jahres beginnen sollen, zog sich dann aber bis in dieses Jahr. 

Zulieferer von Airbus rechnen bereits damit, dass sich der Zeitplan noch weiter nach hinten verschiebt. «Das Interieur wird sich um mindestens ein Jahr verspäten», so etwa der Chef eines großen Lieferanten gegenüber der Aviation Week. Das werde sich zwar nicht auf die ersten Flugtests auswirken, da man dafür gar keine ordentliche Kabine brauche. Aber langfristig werde es den Zeitplan weiter durcheinander wirbeln. Und die Änderungen und Korrekturen am Design kosten Airbus auch Geld. Der Mutterkonzern EADS nennt zwar keine genauen Zahlen, aber ein Informant bezifferte die zusätzlichen Kosten gegenüber der Aviation Week mit etwa 3,5 Milliarden Euro.

Neue Aluminium-Legierung

Boeing kommt das gelegen. «Wir werden sichergehen, dass wir einen Flieger bringen, der wesentlich besser ist als das, was auch immer von Airbus kommt», so Jim Albaugh, Chef von Boeing Commercial Airplanes. Was Kapazität, Effizienz und Größe angeht, soll die B777X die größte A350-Version, die A350-1000 übertreffen. Schaffen will Boeing das mit neuen Materialien und neuen Triebwerken. So gibt es etwa Spekulationen, dass der Flugzeugbauer den Rumpf aus einer neuen Aluminium-Lithium-Legierung bauen will, was beim Gewicht wesentliche Einsparungen bedeuten würde, wie das Business Journal.

Mit den neuen Technologien will man laut einem Bericht des Fachportals Aspire Aviation rund 15 Prozent an Treibstoff per Sitzplatz einsparen, verglichen mit dem aktuellen B777-300ER-Modell. Die Testflüge für die neuen 777X sollen schon 2017 beginnen. Boeing plant, sie schon 2019 auf den Markt zu bringen. Sollten sich die Schwierigkeiten beim A350-Programm weiter fortsetzen, könnte das auch den Markteintritt der größten A350-Version erschweren, die eigentlich 2017 auf den Markt kommen soll. Die A350-Familie besteht aus drei Modellen, dem 800er-, dem 900er- und dem 1000er-Modell. Sie fassen zwischen 270 und 350 Passagieren. Als erstes soll das 900er-Modell 2014 lanciert werden, gefolgt vom 800er in 2016 und schließlich ein Jahr später der größten Version.

 


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