Zodiac-Sitz: Der Hersteller kommt ins Schleudern.

SitzherstellerAirbus und Behörden gegen Sitzbauer Zodiac

Airbus hat die Nase voll. Der Flugzeughersteller entzieht dem Sitzbauer Zodiac einen wichtigen Auftrag. Und das ist nicht das einzige Problem von Zodiac Aerospace.

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«Sie schienen es einfach total zu verdrängen», sagte Airbus-Chef Fabrice Brégier noch bei der Jahrespressekonferenz des europäischen Flugzeugbauers. Er beschrieb mit diesem Satz die frühere Einstellung des Kabinen-Zulieferers Zodiac Aerospace. Er rüstet unter anderem den Airbus A350 aus und war lange für exklusives und modernes Interieur bekannt – bis es mit den Negativ-Schlagzeilen losging.

Ende 2014 wurde bekannt, dass American Airlines ihre Dreamliner zu spät erhält – wegen Knappheit bei den Business-Class Sitzen von Zodiac. Danach führten Streiks zu weiteren Verspätungen. Airbus und Boeing sprachen ein Machtwort, es könne so nicht weiter gehen, so beide Flugzeugsteller in seltener Einheit.

Explosion in der Fabrik

Und dann kam es im Juli zu einer Explosion in der Zodiac-Fabrik in Newsport, im amerikanischen Bundesstaat Washington. Mehrere Mitarbeiter wurden verletzt. Durch den Zwischenfall kam es zu weiteren Verspätungen.

Wie jetzt bekannt wurde, hat die US-Regierung Zodiac nun wegen dieses Zwischenfalls zu einer Strafe von 1,3 Millionen Dollar verdonnert. Der Vorwurf: 17 «bewusste» Verstöße gegen die Sicherheitsvorschriften von Arbeitgebern und 18 «ernsthafte» Verstöße. In den Wochen vor dem Unfall habe es mehrfache Warnhinweise gegeben, die das Unternehmen ignoriert habe.

Zodiac hat Klage am Hals

Im August 2015 hatte American Airlines genug. Weil die Lieferungen immer noch nicht nach Plan liefen, musste Boeing neue Dreamliner in der Wüste lagern, bevor man sie an American ausliefern konnte. Das verursachte Kosten, die eigentlich die Airline übernehmen müsste. Doch American sah das nicht ein und verklagte den Sitzhersteller auf mehr als eine Million Dollar.

Und es kommt noch schlimmer: Der Sitzhersteller verliert einen wichtigen Großauftrag, wie jetzt bekannt wurde. Airbus-Chef Brégier ist nämlich auch sauer. Wegen der Verspätungen, kann er in diesem Jahr mindestens einen Airbus A350 weniger ausliefern als geplant. Zodiac sei mehrfach gewarnt worden und man habe auch Hilfe angeboten – erfolglos. Daher hat Airbus beschlossen, Zodiac vom A330-Neo-Programm auszuschließen. Mehrfache Warnungen haben offenbar nichts gebracht. Nun aber habe Zodiac die Lektion gelernt.

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