Dreamliner: Verräterische Schäden

Stefan Eiselin
Notfallsender-System von Honeywell: Muss deaktiviert werden.
Notfallsender-System von Honeywell: Muss deaktiviert werden.
Honeywell

Ein Notfallsender löste den Brand in der Boeing B787 von Ethiopian aus. Das zeigt der neueste Bericht. Die Behörden raten nun, ihn zu deaktivieren.

Das Unglück nahm irgendwann am Freitagnachmittag (12. Juli) seinen Lauf. Die Boeing B787-8 mit der Kennzeichnung ET-AOP stand auf dem Standplatz 592 am Flughafen Heathrow, als der Kontrollturm um 15:34 Uhr plötzlich Rauch über dem Jet entdeckte. Das zeigt der neueste Bericht der britischen Untersuchungsbehörde. Umgehend lösten die Lotsen Alarm aus und bereits eine Minute später war die Feuerwehr bei der Maschine. Die Männer spritzen Wasser und Schaum auf das Flugzeug. Dann steigen einige mit Atemschutzmasken über eine der vorderen Türen ins Innere des Dreamliners von Ethiopian Airlines. Sie entdeckten in der Kabine dicken Rauch. Er wurde dicker, je weiter sie sich nach hinten vorkämpften, so das Air Accidents Investigation Branch AAIB im Bericht.

Ganz hinten fanden die Feuerwehrmänner dann den Brandherd. Der Versuch, es mit den Halon-Handfeuerlöschern unter Kontrolle zu bringen, scheiterte. Sie schlugen deshalb Löcher in die Decke. So konnten ihre Kollegen draußen Wasser ins Flugzeug hinein spritzen. So gelang es am Ende den Brand zu löschen, wie das AAIB schreibt.

Isolation und Rumpfstruktur beschädigt

Der Besuch der Ermittler bestätigte am nächsten Tag den «großen Schaden an der Decke des Rumpfes», so die Ermittler. Es gebe stark Hitzebeschädigung sowohl an Isolation als auch Struktur des Rumpfes. Die stärksten Schäden seien ganz hinten aufgetreten, leicht links der Mitte des Rumpfes.

Da war für das AAIB klar: Es kann nur einen Auslöser geben. An jener Stelle gleich unter der Flugzeughülle sitzt der Notfallsender (ELT, emergency locator transmitter) mit seiner Verkabelung und sonst nichts. Das Gerät hilft Rettungskräften im Notfall, die Maschine zu orten. Seine Energie erhält es im Dreamliner von einer eigenen Lithium-Mangandioxid-Batterie. Noch ist für das AAIB nicht klar, ob es durch einen Spannungsaufbau oder einen Kurzschluss anderswo zum Brand kam. Hersteller Honeywell produzierte bereits 6000 Stück des Geräts. Bislang gab es noch nie Probleme damit.

Check der Batterien

Die Amtstelle rät nun der amerikanischen Aufsichtsstelle FAA, alle gleichen Geräte in Dreamlinern zu deaktivieren. Zuerst müssten Maßnahmen zur Sicherstellung ergriffen wurden, dass sich so etwas nicht mehr wiederholt. Zudem sollten auch Geräte mit Lithium-Mangandioxid-Batterie in anderen Fliegern überprüft werden.


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