Letzte Aktualisierung: 23:33 Uhr

Medizinische Studie

Nächtlicher Fluglärm treibt Blutdruck hoch

Wer nachts dem Lärm startender und landender Flugzeuge ausgesetzt ist, hat laut einer neuen Studie ein höheres Risiko unter Bluthochdruck zu leiden.

aeroTELEGRAPH

Landung nach der Dämmerung: Nachtfluglärm kann schädlich sein, so eine neue Studie.

Fluglärm ist ein emotionales Thema. In aller Welt kämpfen Interessensgruppen gegen Nachtflüge oder Kapazitätserhöhungen an Flughäfen. Nun erhalten sie wissenschaftlichen Rückhalt für ihre Anliegen. Eine medizinische Studie der Universität von Athen hat herausgefunden, dass Menschen, die nachts Fluglärm ausgesetzt sind, eher Gefahr laufen, unter Bluthochdruck zu leiden.

Schon vor vier Jahren war eine Studie herausgekommen, welche die Situation in der Umgebung verschiedener europäischer Flughäfen zwischen 2004 und 2006 untersucht hatte. Sie stellte fest: Menschen, an deren Wohnort die Lärmbelastung hoch war, litten eher unter Bluthochdruck. Aber, so schreibt nun Klea Katsouyanni von der Universität Athen, die Studie hatte noch keine definitive Kausalität zwischen dem Leiden und dem Lärm hergestellt. Es sei lediglich eine Momentaufnahme gewesen.

Effekte über die Zeit analysiert

Ob der Lärm Grund für den Bluthochdruck war, ist nicht klar. Also kontaktierten Katsouyanni und ihre Koautoren diejenigen 780 Teilnehmer der älteren Studie, welche nahe dem Athener Flughafen wohnten, noch einmal. Sie erreichten 420 von ihnen, die auch immer noch dort wohnten. Das erlaubte den Studienautoren, den Effekt des Lärms über den Zeitraum mehrerer Jahre zu untersuchen – vor allem bei den Teilnehmern, die während der ersten Studie keine gesundheitlichen Probleme hatten.

Das Ergebnis: Jeder Anstieg von zehn Dezibel bei der Lärmbelastung ging mit einem Anstieg des Bluthochdruck-Risikos um 2,6 Prozent einher. Wer also Lärm von 50 Dezibel ausgesetzt ist, entwickelt mit diesem Risiko eher auch Bluthochdruck. Die Studienautoren haben Faktoren wie Alter, Geschlecht, Fitness und anderes in die Daten mit einfließen lassen.

Persönliche Wahrnehmung ist irrelevant

Interessant an den Ergebnissen ist auch: Nur wenig Einfluss auf den Blutdruck hat offenbar die persönliche Wahrnehmung davon, ob man vom Lärm genervt ist. Das Risiko stieg unabhängig davon, so die Studie. Vor allem nächtlicher Lärm – ob von Flugzeugen, Menschen, Autos oder Zügen – wirke sich wohl stark auf die Gesundheit aus, weil auch unbewusst der Schlaf gestört würde und man weniger tief schlafe.



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