C-Series CS100 in den Farben von Delta: Dieses Bild sehen Airbus und Boeing nicht gerne.

Order bei BombardierDelta rüttelt am Duopol von Airbus und Boeing

Delta Air Lines bestellt definitv bis zu 125 C-Series. Das ist der Durchbruch für Bombardiers neuen Flieger. Die Folgen für Airbus, Boeing und Embraer.

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Delta Air Lines ließ Bombardier lange zappeln. Die C-Series sei ein tolles Flugzeug, aber eben schon ein wenig teuer, wiederholte Vorstandsvorsitzender Ed Bastian in den vergangenen Monaten mehrmals. Wählt er also doch eher Airbus, Boeing oder Embraer statt die Kanadier als Lieferant der Flugzeuge,  welche die 80 in die Jahre gekommenen Boeing 717 ersetzen sollen? Das war lange die Frage.

Jetzt hat Bastian den kanadischen Flugzeugbauer erlöst. Delta platzierte am Donnerstag (28. April) wie erwartet eine Order von 75 C-Series CS100 bei Bombardier und sicherte sich zugleich eine Option auf 50 weitere Flugzeuge des gleichen Typs. Die ersten Flieger sollen im Frühling 2018 an Delta ausgeliefert werden. Es ist der größte Auftrag, den der Flugzeugbauer je für die C-Series erhalten hat. Bombardier kommt damit auch über die Marke von 300 festen Bestellungen, die sich der Hersteller beim Start des Programms gesetzt hatte.

Airbus hat weniger zu befürchten

Die Nachricht ist nicht nur für Bombardier groß. Delta richtete mit der Bestellung auch eine klare Ansage an Airbus und Boeing. Die amerikanische Fluggesellschaft wusste, dass sie dem kanadischen Hersteller mit dieser Order zur kritischen Masse verhilft. Das Gütesiegel von Delta wird Leasinggesellschaften und andere Airlines dazu veranlassen, die C-Series ebenfalls ernsthaft in Betracht zu ziehen. Bisher war immer noch nicht hundertprozentig klar, ob das Programm wirklich ins Ziel kommt. «Es ist ein riesiger Vertrauensbeweis», sagt Addison Schonland vom Beratungsunternehmen Air Insight.

Deltas Bestellung ist die endgültige Etablierung Bombardiers im Markt für Flugzeuge von 100 bis 150 Plätzen. Airbus hat dadurch am wenisgten zu befürchten. Die Europäer haben sich schon länger vom Segment verabschiedet. Ihre alten Modelle A318 und A319 sind Ladenhüter. Der A319 Neo als kleinstes neues Modell ist ebenalls nicht besonders gefragt.

Boeing wegen C-Series ziemlich frustriert

Boeing dürfte nervöser sein. Ihre 737 Max 7 verkauft sich schlecht. Die Ankündigung einer leicht größeren neuen Variante mit dem Arbeitstitel 737 Max 7X kommt wohl zu spät. Den Markt haben Bombardier mit der C-Series und Embraer mit den neuen E2-Jets bereits besetzt. Auch die Amerikaner werden sich deshalb zwangsläufig nach oben orientieren müssen. «Boeing ist sicherlich hoch frustriert», so Schonland.

Deltas Wahl wird auch Embraer schmerzen. Bombardier wird nun für den brasilianischen Konzern endgültig zum harten Konkurrenten bei seinen größeren Fliegern. Bisherige Kunden von Embraer könnten nun vermehrt die C-Series als sichere Alternative in Betracht ziehen. Die Brasilianer sind bei der Größe ihrer Flieger allerdings leicht unter Bombardiers C-Series angesiedelt. Die E2-Jets decken den Markt für 80 bis 140 Plätze ab.

CS500 in ein paar Jahren vielleicht wieder aktuell

Wenn die C-Series sich nun wie erwartet gut verkauft, kann Bombardier in ein paar Jahren auch alte Pläne wieder aus der Schublade nehmen. Eine vergrößerte CS500 mit bis zu 180 Plätzen könnte dann wieder aktuell werden. Dann wäre das Duopol von Airbus und Boeing endgültig gebrochen. Nun ist es zumindest schon an den Rändern angeknabbert.

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