Flughafen Heathrow mit der dritten Piste: Gut oder schlecht für London?

Kritik am Bau der dritten PisteDritte Piste in Heathrow «wird alle enttäuschen»

Der Ausbau von London Heathrow sei ein Fehler, moniert Bürgermeister Boris Johnson. Er will damit Premier David Cameron beeinflussen, der bald entscheiden muss, ob wirklich Heathrow oder doch Gatwick vergrößert wird.

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Für die Airports Commission unter Finanzprofessor Howard Davies war die Entscheidung absolut klar. Die Experten hielten im Juli fest, dass London Heathrow am besten geeignet sei, um die fliegerischen Kapazitätsprobleme der britischen Hauptstadt zu lösen. Der Bau einer dritten Piste am größten Londoner Flughafen bringe das, was man wolle: «Es geht um Langstreckenflüge zu neuen Zielen.»

Die endgültige Zustimmung zum Ausbau von London Heathrow oder doch von London Gatwick gibt aber Premierminister David Cameron. Er will sich bis Ende des Jahres entscheiden. Sein möglicher Nachfolger und Parteikollege Boris Johnson legt sich aber schon jetzt ins Zeug und macht gegen Heathrow Stimmung. «Die aus dem Davies-Bericht gestrichenen Zahlen zum Rückgang der Inlands- und sogar der Interkontinentalflüge zeigen, dass wir als Nation nur in den Niedergang investieren, wenn wir Heathrow ausbauen». Als Bürgermeister von London hat sich Johnson immer gegen einen Ausbau des Flughafens gestellt, um den herum Millionen von Menschen wohnen.

Zweifel an den Zahlen zu London Heathrow

Johnson misstraut dem Bericht der Experten ganz allgemein. Vor allem Annahmen zu Lärm und Nachtflügen seien nicht glaubwürdig. Und genau darum geht es den Anwohnern. Die dritte Piste in Heathrow werde «London und das gesamte Vereinigte Königreich auf allen Stufen enttäuschen», sagte er diese Woche weiter.

Johnson selbst hatte stets für einen Neubau plädiert. London soll in der Themsemündung einen völlig neuen Flughafen bauen, den Thames Estuary Airport. Den hält die Kommission für zu teuer und zu spät umsetzbar.

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