Letzte Aktualisierung: 11:16 Uhr

Keine Crashs im Flugzeug

Filme gehören zum Langstreckenflug dazu. Doch was man an Bord sieht, entspricht oft nicht dem, was man im Kino unter dem gleichen Titel zu sehen bekommt.

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Crash eines fiktiven Modells Antonow An-500 in «2012»: Im Flieger nicht zu sehen.

Erinnern Sie sich an den letzten Film an Bord eines Flugzeugs: Gab es darin einen Flugzeugabsturz? Explodierte etwa ein Flieger oder hatte er irgendwelche Probleme? Ziemlich sicher lautet Ihre Antwort «Nein». Kein Wunder, denn Filme, die an Bord gezeigt werden, werden zuvor bearbeitet. Unfälle mit Flugzeugen verschwinden bei dieser Zensur. Schließlich wollen die Airlines die Flugangst ihrer Passagiere nicht noch zusätzlich befeuern. So fehlt in der Flugzeug-Version des Katastrophenfilms «2012» plötzlich der Absturz eines fiktiven Modells Antonow An-500 (siehe unten) oder im Brad-Pitt-Film «World War Z» die Explosion eines Flugzeugs.

«Wir können negative Szenen mit Flugzeugen nicht im In-Flight-Entertainment zeigen. Das schließt Abstürze, Turbulenzen oder Entführungen ein», klärt IFE Services auf. Das amerikanische Unternehmen beliefert mehr als fünfzig Airlines weltweit mit Filmen. Zu den Kunden gehören etwa Emirates, Singapore Airlines oder die brasilianische TAM. Auch Konkurrentin Spafax mit Kunden wie Austrian, Lufthansa oder Swiss editiert die Filme. Denn sie sollen für das breite Publikum akzeptabel sein. Die Kinostreifen werden darum auch sprachlich angepasst. Kraftausdrücke oder explizite Sprache verschwinden dabei. Sex- oder Gewaltszenen werden genauso herausgeschnitten. Schließlich sitzen auch Kinder im Flugzeug.

George Clooneys Wandlung

Das geht sehr weit, wie etwa das Beispiel des Filmes «Up in the Air» zeigt. Darin erklärt Vielflieger Ryan Bingham (George Clooney) seiner Assistentin, wie man am schnellsten durch die Sicherheitskontrolle komme. Nie solle man sich hinter alte Leute stellen, sondern hinter Asiaten. «Die packen wenig ein, reisen effizient und lieben Schlupfschuhe», sagt er da. In der Flugzeugversion wird aus Asiaten einfach Businessleute – wohl weil einige asiatische Passagiere die Bemerkung als rassistisch hätten einstufen können.

In der Bordversion der Komödie «Die Ex-Freundinnen meines Freundes» («Little Black Book») kommt die Gynäkologin Rache Keyes vor. Sie schreib im Film ein buch mit dem Titel «Keyes to your Vagina» (in etwa Schlüssel zu ihrer Vagina), in der Airline-Version steht auf dem Buchdeckel «Keyes to your Fertility» (Schlüssel zu ihrer Fruchtbarkeit). Die Passagiere werden darüber informiert, die meisten überlesen es vermutlich aber. Vor jeden Film erscheint nämlich eine kleine Einblendung: «Der Inhalt wurde für dieses Format bearbeitet.»



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