Arend van der Meer.

«Kleine Routen sind stets ein Risiko»

Die kleine AIS Airlines expandiert in Deutschland. Sie fliegt ab Münster nach Stuttgart und Zürich. Im Interview erklärt Chef Arend van der Meer die Pläne.

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AIS Airlines expandiert kräftig in Deutschland. Warum ausgerechnet hier?

Arend van der Meer: Wir suchen generell Nischenrouten und -märkte, die sich für unsere Jetstream 32 mit 19 Sitzplätzen eignen. Das bedeutet, wir brauchen Strecken, auf denen wir gegenüber dem Auto oder dem Zug für Tagesreisen überlegen sind. Wir starteten vor zwei Jahren in Skandinavien mit Linienflügen und wollten nun näher bei unserer Heimbasis am Flughafen Lelystad expandieren. Die Niederlande sind zu klein für solche Routen, darum schauten wir nach Deutschland. Münster/Osnabrück liegt immer noch recht nahe bei Lelystad und der Flughafen unterstützt uns bei der Suche nach neuen Routen. Darum ergriffen wir die Gelegenheit.

Deutschland ist aber ein sehr harter Markt auf dem viele scheiterten, etwa zuletzt OLT Express.

Van der Meer: Der deutsche Markt ist in der Tat hart. Darum müssen wir sehr schlanke Strukturen haben. Wir haben in unserer Gruppe alles unter einem Dach: Die AIS Flight Academy, AIS Technics and AIS Airlines. Wir können also viele Synergien nutzen und auch schnell reagieren. Da wir eine Einheitsflotte haben, können wir Crews schnell zwischen Maschinen hin- und herwechseln. Die Piloten kommen aus unserer eigenen Flugschule, wo wir den einzigen vollen Flugsimulator für die Jetstream 32 betreiben. Und unsere Technik wartet die Flieger. Alles aus einer Hand – das ist etwas Spezielles in der Branche. So können wir effizient arbeiten.

Im November starteten Sie mit der Strecke Münster – Stuttgart. Wie sehen die Buchungszahlen bislang aus?

Van der Meer: Sie sehen sehr gut aus. Und auch der Ladefaktor ist gut. Das Feedback der Passagiere ist ebenfalls positiv. Nach den Feiertagen erwarten wir im Januar 2014 nun noch eine Steigerung.

Im Januar starten Sie gleich auch noch Münster - Zürich. Können solche Minirouten wirklich rentabel sein?

Van der Meer: Kleine Routen sind immer ein Risiko. Deshalb fokussieren wir uns auf Strecken für Geschäftsreisende, die es schätzen, schnell und direkt an ihr Ziel zu kommen.

Kommen nach Zürich andere Strecken hinzu?

Ja, wir schauen uns Dinge an. Noch ist aber nichts konkret.

Müssen Sie dazu Ihre Flotte auch vergrößern?

Wir planen im Januar 2014 unsere Flotte um drei auf acht Maschinen zu erweitern.

Und könnten einmal größere Flugzeuge in Frage kommen?

Sag niemals nie.

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