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Brasilien

Wirtschaftskrise zwingt Gol zum Abbau

Weniger Ziele, weniger Flüge, weniger Flugzeuge: Gol reduziert das Angebot. Schuld ist die tiefe Krise in Brasilien.

aeroTELEGRAPH

Boeing 737 von Gol in Porto Alegre: Die Airline will kürzer treten.

Jahrelang lebte die brasilianische Bevölkerung in einem permanenten Wirtschaftswunderland. Die Konjunktur florierte und das hob den Wohlstand von Millionen von Menschen. Davon profitierten die Fluggesellschaften. Erstmals konnten Menschen fliegen, die zuvor mit dem Bus gereist sind. Und die, die schon immer Geld hatten, reisten so viel mit dem Flugzeug wie noch nie.

Doch jetzt steckt das Land in einer tiefen Krise. Nachdem die Wirtschaft schon 2014 kaum mehr wuchs, schrumpfte sie 2015 deutlich. Im laufenden Jahr hält die Rezession an (Prognose: -3,5 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt) und erst ab 2017 erwarten die Experten des Internationalen Währungsfonds wieder ein Wachstum. Hinzu kommt eine tiefe politische Krise, in der schon die Absetzung der Präsidentin gefordert wurde.

Weniger alte, wenige neue Flugzeuge

Darum handelt nun Gol und baut das Angebot weiter ab, das in den letzten Monaten laufend weiter reduziert worden war. Konkret vermindert die Fluggesellschaft die Anzahl der Flüge um 6 Prozent. Gleichzeitig gibt die brasilianische Fluggesellschaft fünf Boeing 737 an die Leasinggeberin zurück und verlangsamt die Auslieferung neuer Flieger bis Ende 2017 von 15 auf nur ein Exemplar.

Im Inland stellt Gol die Flüge nach Bauru, Altamira und Imperatriz ein. Im Ausland werden Aruba, Caracas, Miami und Orlando aus dem Flugplan gestrichen. Um gleichzeitig die Liquidität zu verbessern, verkauft Gol dem ausgelagerten Loyalitätsprogramm Prämientickets im Voraus. So fließen der Fluglinie umgerechnet 86 Millionen Euro zu.

 



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