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Wirbel um Airbus des Präsidenten

Der Staatschef habe einen Luxusjet mit Gold und Marmor gekauft, hieß es in der Ukraine. Jetzt zeigt die Regierung die Kabine.

Alles soll da sein, im Airbus A319-115X CJ von Wiktor Janukowytsch. Im Flieger des Präsidenten gebe es ein Büro, einen Konferenzraum, eine richtige Küche, Zimmer für die begleitenden Personen, Schränke für Reisegepäck und einen großen Sitzbereich, ein richtiges Bett und ein Bad. Besonders der Nassbereich sorgte in der Ukraine für viel Aufsehen. «Das Bad des Präsidenten besitzt einem vergoldeten Wasserhahn und ist ganz aus rosa Marmor», schrieben Onlinemedien des osteuropäischen Landes. Gekauft worden war der Flieger mit der Immatrikulation UR-ABA im Oktober 2007 kalt, also ohne Inneneinrichtung. Im Juli 2008 wurde er dann nach Dallas zur Ausstattung geschickt, von wo er im Juni 2010 zurückkehrte. Von Luxus könne bei der Einrichtung aber wirklich nicht die Rede sein, meldet der Pressedienst des Präsidenten nun.

Offenbar begannen die Gerüchte um den Luxusflieger dem Präsidenten zuzusetzen. Zimperlich gehen politische Kontrahenten in der Ukraine jedenfalls ja nicht miteinander um, wie sich kürzlich mit der Verurteilung der ehemaligen Premierministerin Julija Tymoschenko zeigte. Ein kleines Gerücht ist da schnell mal in Umlauf gebracht. «Für den Innenausbau wurden Standard-Werkstoffe verwendet, welche den internationalen Sicherheitsvorschriften für Flugzeuge entsprechen» schreibt der Pressedienst deshalb nun in einer ausführlichen Medienmitteilung. Dies seien vor allem nicht brennbare Kunststoffe, Stoffe und Leder. Die gleichen Materialen würden auch in den Fliegern der staatlichen Fluggesellschaft Ukraine International Airlines gebraucht. «Alle metallischen Innenteile sind aus Aluminium. Edelmetalle werden nicht verwendet», so die Verlautbarung des Präsidenten weiter. Die Behörde veröffentlichte deshalb gleich einen Reihe von Bildern aus dem Innern des Jets (siehe Bildergalerie).

Das Präsidentenzimmer sei bloß drei auf drei Meter groß, das Schlafzimmer 2,0 auf 2,5 Meter, schreiben die Medienleute Janukowytschs. Beide Räume besäßen einen simplen Teppichboden. Das Bad bestehe aus einer Duschkabine mit Aluminium-Verschlägen, die gelblich eingefärbt worden seien. Im Präsidentenbüro stehen gemäß dem Pressedienst des Staatsoberhauptes drei Stühle, ein Sofa, Tisch und ein Couchtisch. Es seien Polstermöbel mit Lederbezug. Die Wände seien mit Stoff, Plastik und Laminaten bedeckt. Der normale Passagierraum biete Platz für 12 Menschen und besäße ganz normale Flugzeugsitze, die Küche sei nur zum Erwärmen von Speisen gemacht, nicht zum Kochen. Machen Sie sich in unserer Bildergalerie selbst ein Bild.



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