Letzte Aktualisierung: um 18:08 Uhr
Partner von  

Kaum jemand schreibt Gewinne

Wenige Airlines verdienen viel – die meisten gar nichts

Elf Jahre in Folge schrieb die Luftfahrtbranche Gewinne. Doch dazu beigetragen hat nur ein Bruchteil der mehr als 700 Airlines.

Landender Flieger: Nur weniger Airlines flogen Gewinne ein.

Zahlen können täuschen. 26 Milliarden Dollar werden die Fluggesellschaften in diesem Jahr voraussichtlich verdienen. Das klingt vielleicht zunächst nach viel. Doch verteilt ist das ganze nicht wirklich gleichmäßig. Nur 30 Airlines realisieren 60 Prozent dieser Gewinne. Und diese 30 seien auch dafür verantwortlich, dass die Branche in den vergangenen 10 Jahren wieder in die Gewinnzone kam, sagte Brian Pearce, Chefökonom der International Air Transport Association Iata bei einer Medienkonferenz in Genf.

Die meisten Airlines – rund 700 – weisen nur geringe Gewinne aus, dümpeln irgendwo an der Gewinnschwelle rum oder machen Verlust. Zu den rentablen Fluggesellschaften gehören zum Beispiel Delta, Japan Airlines, die International Airlines Group (IAG), der Lufthansa-Konzern und Easyjet.

Aussichten eingetrübt

Diese schiefe Verteilung der Gewinne ist auch die Erklärung dafür, dass es – gerade in Europa – trotz guter konjunktureller Großwetterlage zu verschiedenen Pleiten kam, wie etwa Air Berlin in Deutschland oder Skywork in der Schweiz. Trotz diesen Konkursen habe aber die Wettbewerbsintensität nicht abgenommen.

Im Verlauf dieses Jahres haben sich die Aussichten für die Branche eingetrübt. Das Wirtschaftswachstum habe sich verlangsamt, Handelskonflikte hätten sich verschärft, geopolitsche und soziale Spannungen hätten zugenommen, sagte IATA-Generaldirektor Alexandre de Juniac. Deshalb hat die Iata ihre Gewinnschätzung für das laufende Jahr von 28 auf 25,9 Milliarden Dollar zurückgenommen.

Fracht ging zurück

Trotzdem nehmen 2019 die die Passagierzahlen um 4,5 Prozent auf 4,54 Milliarden zu, gegenüber einem Wachstum im Vorjahr von 7,4 Prozent. Die Luftfracht verzeichnet 2019 einen Rückgang von 3,3 Prozent. Dank stabilen Wachstumsprognosen soll sich der Himmel im kommenden Jahr wieder leicht aufhellen. Die Gewinne dürften auf 29,3 Milliarden Dollar steigen. Es wäre das elfte profitable Jahr der Branche.



Die Redaktion behält sich das Recht vor, Kommentare zu moderieren und zu kürzen. Kritische Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen oder Kommentare mit rassistischem, sexistischem, themenfremdem, rein politischem, beleidigendem oder rein polemischem Inhalt hingegen werden entfernt. Es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Über die Entscheide der Moderatoren wird keine Korrespondenz geführt.