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Von den Billigfliegern gelernt

Teures Kerosin und Wirtschaftskrise machen Airlines erfinderisch bezüglich Gebühren - inspiriert haben sie Ryanair und Co.

Wikimedia/Arpingstone

Bordverkäufe: Bei Billigfliegern wie hier Easyjet längst Standard

Hohe Treibstoffpreise, Wirtschaftskrise, steigender Konkurrenzdruck – die Fluglinien hatten es nicht einfach in den vergangenen Jahren. Aber: Die Umstände haben sie kreativ werden lassen. Das zeigt eine Studie, die die Beratungsfirma Idea Works im Auftrag des Softwareunternehmens Amadeus verfasst hat. Demnach haben sich seit 2007 die Sondereinnahmen der grossen Fluglinien von 1,7 Milliarden Euro auf mehr als 15 Milliarden erhöht. Und das sind nur die Zahlen, die von 47 Airlines preisgegeben werden. «Viele Milliarden mehr schlummern wahrscheinlich in den Geschäftszahlen Dutzender anderer Anbieter», so Idea-Works-Chef Jay Sorensen in seinem Blog. Die Zusatzgebühren machen bei den Airlines inzwischen zwischen 15 und 30 Prozent ihrer gesamten Einnahmen ein.

Alles, was das Reiseerlebnis erweitert

Sondereinnahmen, das heisst: «Alles, was Über den Verkauf von Tickets herausgeht, entweder durch direkte Verkäufe an die Passagiere oder alles, was das Reiseerlebnis sonst erweitert», so Sorensen. Und die werden, so die Ergebnisse der Studie, immer wichtiger. Was als Phänomen bei den Billigairlines angefangen hat, haben jetzt auch die Grossen für sich entdeckt. 2007 führten Namen wie Ryanair, Aer Lingus oder EasyJet die Liste derjenigen mit den grössten Extra-Einnahmen an. Inzwischen sind auch grosse Namen wie Delta, Continental und Quantas oben mit dabei.

Ein Beispiel: Nach dem Zusammenschluss mit United betrugen die Extraeinnahmen von Continental fast 5 Milliarden Dollar. Da erinnert man sich an den Traum von Ryanair-Chef Michael O’Leary, Flüge umsonst anzubieten und sich allein durch Gebühren, Bordverkäufe und Co. zu finanzieren. Aber auch wenn die Zusatzeinnahmen die Lasten durch gestiegene Treibstoffpreise auffangen und die Veränderung in der Einnahmenstruktur der Airlines nicht zu leugnen ist – «Die Vorstellung, dass Tickets bald umsonst sind, ist noch eine Utopie», so die Idea-Works-Experten.



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