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Mit Spezialbeton gegen Katastrophen

Immer wieder schießen Flugzeuge über die Piste. Dabei gäbe es eine einfache Lösung, um das zu verhindern.

Nolan Law Group

Das Engineered Materials Arresting System bremst den Jet: Neue Entwicklung mit Potenzial.

Mehr als 30 Mal passierte es in den letzten 15 Jahren. Die Bremssysteme des Passagierflugzeuges versagten und der Jet raste auf das Pistenende zu. Jeder zehnte dieser Zwischenfälle endete in einer Katastrophe, weil das Flugzeug von den Piloten nicht mehr vor Ende der Landebahn gestoppt werden konnte. So auch im Dezember 2009, als eine Boeing B737-800 von American Airlines am Flughafen Kingston über die Piste hinausrutschte und der Rumpf der Maschine an mehreren Stellen auseinander brach. Zum Glück wurden damals nur zwei Passagiere verletzt.

Eigentlich gäbe es bereits eine patentierte Lösung für dieses Problem: Engineered Materials Arresting System oder Emas nennt sich die bauliche Maßnahme an Flughäfen, welche Flugzeuge vor Katastrophen bewahren soll. Am Ende der Landebahn wird dazu ein Bereich aus stark Energie absorbierendem Beton angebaut, welcher Jets im Notfall automatisch und ohne jeglichen Schaden stoppen kann. Das Fahrwerk des Flugzeugs sinkt einfach in den Beton ein und das Flugzeug wird so zum Halt gebracht. Laut dem Hersteller Zodiac Aerospace hätte mit Emas etwa auch das Unglück von Air France Flug AF358 im August 2005 verhindert werden können. Damals schoss ein Airbus in Toronto über die Landebahn hinaus und ging in Flammen auf. Niemand wurde dabei verletzt.

Nirgends obligatorisch

Überraschenderweise ist Emas jedoch kein obligatorisches Sicherheitssystem an Flughäfen – weder in den USA, noch in Europa oder Asien. Ende 2010 waren gerade einmal 51 Landepisten auf 35 Flughäfen in den Vereinigten Staaten mit Emas ausgerüstet, unter ihnen der große New York John F. Kennedy Airport. Außerhalb der USA sind nur Madrid-Barajas in Spanien und Jiuzhai Huanglong in China mit dem System ausgestattet.



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