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Luftraum-Streit

Norwegian will Kreml bestrafen

Norwegian darf auf der Route nach Bangkok nicht durch russischen Luftraum fliegen. Das kostet den Billigflieger Millionen. Jetzt fordert Norwegian Konsequenzen.

Butz.2013 / Wikimedia / CC

Norwegian darf nicht über Russland nach Bangkok fliegen: Die Airline fordert nun Maßnahmen gegen russische Fluggesellschaften.

Auf der Strecke von Norwegen nach St. Petersburg und nach Dubai darf Norwegian durch russischen Luftraum fliegen. Doch auf der Strecke Oslo-Bangkok ist ihr das untersagt – anders als Konkurrent Thai Airways oder SAS. «Das ist extrem unfair», kritisiert Norwegian-Sprecher Lasse Sandaker-Nielsen.

«Durch den Umweg über die Türkei brauchen wir mehr Piloten, mehr Kerosin und die Flugzeit verlängert sich um eine Stunde.» Im vergangenen Jahr dürfte der Umweg Norwegian etwa 13,6 Millionen Dollar gekostet haben, schätzt The Foreigner.

Sperre für Russland

Als Konsequenz fordert Norwegian-Boss Bjørn Kjos nun, den norwegischen Luftraum für russische Airlines zu sperren. «Die Fluglinien wären dann nicht mehr in der Lage von Russland nach New York zu fliegen.» Die ganze Sache hätte sich dann innerhalb von 24 Stunden erledigt, glaubt Kjos.

Das zuständige norwegische Ministerium reagierte vorsichtig: «Russische Behörden sind sich im Klaren, dass ihr Verhalten Konsequenzen für Russlands Airlines haben könnte», erklärte ein Sprecher. Was das genau bedeutet, wollte das Ministerium nicht sagen.

Norwegian in der Kritik

Allerdings ist das nicht die einzige Baustelle für Norwegian: Der Billigflieger möchte gerne mit Dreamliner in die USA fliegen. Die Maschinen sollen in Irland im Wet-Lease-Verfahren gemietet werden. Das heißt: Die Maschine wird inklusive der Mannschaft übernommen.

Und da ist der Haken: Die Mannschaft kommt aus Asien, wird also nach asiatischen – sprich günstigen – Standards bezahlt. Anders als andere norwegische Airlines würde Norwegian damit die hohen norwegischen Löhne und Sozialabgaben umgehen und wäre auch nicht an das norwegische Arbeitsrecht gebunden. Das bringt norwegische und amerikanische Gewerkschaften auf die Barrikaden.



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