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Flugsicherung bietet Lotsen Anreize für mehr Arbeit

Die Deutsche Flugsicherung DFS hat mit der Gewerkschaft der Flugsicherung GdF ein Maßnahmenpaket vereinbart. «Vor allem drei Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Kapazität kurzfristig zu steigern und langfristig sicherzustellen», schreibt die DFS am Donnerstag (6. Juni). «Die Möglichkeit für freiwillige Zusatzschichten von operativen Mitarbeitern, Anreize für eine längere Verweildauer im Lotsendienst sowie eine mehrjährige Ausbildungsinitiative.»

Mitarbeiter im operativen Bereich haben bereits vom 1. Juni an die Möglichkeit, über ihre eigentliche Arbeitszeit hinaus freiwillige Zusatzschichten zu übernehmen, die zusätzlich vergütet werden. Dies gilt für Fluglotsen, aber auch für andere operativ Tätige wie Flugdatenbearbeiter oder Techniker. Um einen finanziellen Anreiz dafür zu schaffen, werden die tariflichen Überstundenzuschläge erhöht. DFS und GdF haben dazu Eckpunkte vereinbart, die in den folgenden Wochen in entsprechende Tarifverträge umgesetzt werden.

Zahl der Auszubildenden steigt

Zusätzlich haben die Tarifpartner Anreize für eine längere Verweildauer im operativen Dienst bis zum 57. Lebensjahr geschaffen. Bislang sind die meisten Fluglotsen maximal bis zum 55. Lebensjahr operativ tätig.

Damit langfristig genug Fluglotsen zur Verfügung stehen, hat die DFS darüber hinaus eine Ausbildungsoffensive gestartet 2019 werden insgesamt 122 Lotsinnen und Lotsen ausgebildet, 2020 wird die Zahl der Auszubildenden noch einmal auf 146 erhöht. Die DFS hat sich mit der GdF darauf geeinigt, dieses Ausbildungsmaximum bis einschließlich 2023 festzuschreiben.

Flugchaos im vergangenen Sommer

Bereits im Vorfeld hatte die DFS einige Maßnahmen umgesetzt, um die Pünktlichkeit zu verbessern. Dazu gehörte die Veränderung der Flugprofile. Gemeinsam mit den Kontrollzentralen der Nachbarländer wurden Flüge auf stark frequentierten Strecken abgesenkt, um den überlasteten oberen Luftraum zu entzerren.

Besonders in der Hauptreisezeit im Sommer 2018 ware es europaweit zu Flugstreichungen und Verspätungen gekommen. Auch im deutschen Luftraum, mit 3,4 Millionen Flugbewegungen pro Jahr der verkehrsreichste in Europa, kam es deshalb zu Spitzenzeiten in einzelnen Bereichen zu Engpässen.