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Allianzen: «Langsam, bürokratisch»

Der Chef von Etihad glaubt, dass Allianzen sich überholt hätten. Das klassische Erfolgsmodell bringe den Mitgliedern nichts mehr.

Etihad

Maschine von Etihad: Andere Vorstellungen von der Strategie.

Für Joe Hogan gibt es keine Zweifel. Sein Weg ist der, der ans Ziel führt. «Diesen Monat werden wir die stärksten Erstquartalsresultate aller Zeiten vorweisen. Unsere Codehsare-Partner und Beteiligungen leisteten einen großen Beitrag zu diesem großen finanziellen Erfolg», sagte der Chef von Etihad Anfang April bei einer Rede in Washington. Das eigene Geschäftsmodell – eine Mischung aus Wachstum aus eigener Kraft, Kooperationen und Minderheitsbeteiligungen – sei sehr wirksam, um zusätzliche Passagiere zu gewinnen sowie mehr Umsatz und Gewinn zu schaffen. Alle vier Fluggesellschaften an denen Etihad beteiligt sei, schrieben inzwischen schwarze Zahlen, so Hogan – Air Berlin, Air Seychelles, Aer Lingus und Virgin Australia.

Nicht alle sehen das so positiv. «Etihads zum Teil fragwürdige Beteiligungsstrategie ähnelt stark der gescheiterten Hunterstrategie von Swissair. Denn es sind ja kaum Topadressen dabei», meinte der Bayreuther Ökonom und Verkehrsexperte Andreas Knorr kürzlich in einem Interview mit aeroTELEGRAPH. Hogan freilich hat eine andere Meinung. Minderheitsbeteiligungen seien ein einfacher Weg, um rasch in neue Märkte vordringen zu können. «Es ist einfacher, schneller und billiger» so der Etihad-Chef gemäß dem Fachportal Arabian Aerospace.

Partner sorgfältig auswählen

Am klassischen Modell von starken Fluggesellschaften, die mit kleineren in Allianzen wie Oneworld, Star Alliance oder Skyteam zusammenarbeiten, hält Hogan nicht viel. Die Gebilde hätten sich zu «langsam reagierenden, bürokratischen Organisationen entwickelt, welche Mühe haben, Mehrwert für ihre Mitglieder zu schaffen.» Die Interessen der Mitglieder entwickelten sich immer weiter auseinander. Etihads Modell sei da viel erfolgsversprechender, da man Partner sorgfältig auslese.



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