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Embraer arbeitet an Langversion

Der brasilianische Flugzeugbauer plant eine größere Version des ERJ-195. Er spricht bereits mit Kunden.

Embraer

Der Embraer 195: Mehr Reichweite, mehr Passagiere.

Lange überlegte man sich in der Konzernzentrale in Sao José dos Campos, mit einem neuen Flieger Airbus und Boeing mit ihren Modellen A320neo beziehungsweise B737MAX anzugreifen. Im November fiel dann die Entscheidung dagegen. Damals beschloss Embraer nach Monaten der Prüfung, keinen neuen, mittelgroßen Flugzeugtyp zu entwickeln. Stattdessen wollen die Brasilianer nun ihr bestehendes Angebot aufmotzen. Und damit sind sie offenbar schon weit gekommen. Man habe bereits mit 65 Kunden über das Projekt gesprochen, sagte Paulo Cesar de Souza e Silva, Vizechef der Zivilflieger-Divison von Embraer der Wirtschaftszeitung Valor Econômico. Dabei ging es um Fragen des generellen Interesses, der gewünschten Leistung und der Passagierkapazität.

Das zeigt: Embraer prüft offenbar intensiv, sein größtes Modell 195 in einer Langversion herauszubringen. Dieses soll bis zu 130 Sitzplätze haben. Heute finden maximal 122 Passagiere im zweistrahligen Jet Platz. Bis Ende Jahr soll ein Entscheid fallen. «Dann entscheidet der Aufsichtsrat auch über eine Neuausstattung der E-Jets-Familie von Flugzeugen mit 70 bis 122 Plätzen mit neuen Motoren», so de Souza e Silva. Mit der Neumotorisierung könnten die Flugzeuge des Typs 170/175 und 190/195 effizienter und wieder attraktiver gemacht werden. Man spreche bereits mit General Electric und Pratt & Whitney darüber, welche Motoren für die Embraer-Flieger geeignet wären. Auch sei die Langversion des ERJ-195 in diesen Gesprächen ein Thema.

Neun Airlines

Der bestehende Embraer ERJ-195 fasst zwischen 106 und 122 Passagieren. Er weist eine Reichweite von rund 4070 Kilometern auf. Fluggesellschaften aus acht Ländern kauften bislang Flieger dieses Typs, darunter Lufthansa Regional, Flybe oder die brasilianische Azul. Insgesamt erstanden sie 123 Flugzeuge, 88 davon wurden bereits ausgeliefert.



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