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Gemeinsames Unternehmen

Boeing und Embraer wohl kurz vor Einigung

Die Gespräche über eine Kooperation zwischen dem amerikanischen und dem brasilianischen Flugzeugbauer sollen kurz vor dem Abschluss stehen. Noch ist offen, wie Brasiliens Regierung darauf reagiert.

Embraer

Embraers E2-Familie: Boeing ist beeindruckt.

Kurz vor Weihnachten 2017 platzte die Bombe – und versetzte die Politiker in der Hauptstadt Brasilia in Aufregung: Man führe Gespräche über eine Fusion, teilten Boeing und Embraer in einer gemeinsamen Erklärung mit. Brasiliens Präsident Michel Temer ließ umgehend mitteilen, dass ein Verkauf vom Embraer nicht in Frage komme. Insbesondere ein Verlust der Kontrolle über dem Rüstungsbereich von Embraer ist für die Regierung zu schmerzhaft. Sie besitzt trotz der Privatisierung Embraers im Jahr 1994 weiterhin eine so genannte Goldene Aktie, welche ihr ein Vetorecht insbesondere bei Veränderungen im Aktionariat verleiht.

Andere Formen der Zusammenarbeit schloss Temer allerdings nicht aus. Deshalb ließ Boeing nicht locker und präsentierte immer wieder neue Vorschläge. Diese Pläne sind nun offenbar bereits weit gediehen, wie die Zeitung O Estado do São Paulo berichtet. Boeing und Embraer wollen offenbar ein gemeinsames Unternehmen gründen, an welchem Boeing 80.01 Prozent und Embraer 19.99 Prozent der Anteile besitzen sollen.

Militär und Businessjets bleiben außen vor

In die gemeinsame Firma soll der Geschäftsbereich Zivilflugzeuge von Embraer eingebracht werden. Der Rüstungsbereich sowie die Sparte Businessjets würden vollständig bei Embraer verbleiben. Ebenso würde sich durch diese Konstruktion nichts an der heutigen Aktionärsstruktur verändern. Der Staat könnte seine Goldene Aktie behalten. Zugleich hätte Boeing die volle Kontrolle über die zivilen Bereiche.

Boeing sieht in der das eigene Portfolio ergänzende Produktpalette von Embraer viel Potenzial. Außerdem sind die Amerikaner davon beeindruckt, wie schnell und wie pünktlich die Brasilianer die modernisierte E2-Jet-Familie auf den Markt brachten. Offenbar ist Embraer besonders bei der die Entwicklung unterstützenden Software sehr stark. Embraer wiederum würde vom großen Verkaufsnetz profitieren, das Boeing weltweit anbieten kann. Auch im Service für Kunden wäre man gemeinsam stärker. Beides könnte helfen, mehr Embraer-Jets zu verkaufen.



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