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Alte Schwimmwesten erwachen zu neuem Leben

Das Label Bag to Life schenkt den Schwimmwesten aus dem Flugzeug ein zweites Leben. Wir haben die Gründerin Frau Kerstin Rank zu dieser Erfolgsgeschichte befragt.

Alle fünf beziehungsweise zehn Jahren müssen aus Sicherheitsgründen die Schwimmwesten an Bord von Verkehrsflugzeugen ausgetauscht werden. Im Normalfall werden diese Schwimmwesten danach entsorgt, da sie für lebenserhaltende Zwecke nicht mehr benutzt werden dürfen. Diesen Umstand machte sich bereits im Jahre 2010 Kerstin Rank zu Nutze und designte fortan Taschen und Accessoires aus hocheffizienten Materialien der Luftfahrt. Im selben Jahr schuf Sie damit ihre Marke Bag to Life und ist somit eine Pionierin auf diesem Gebiet.

Sie kommen aus der schönen Frankenmetropole Bayreuth, welche eher für die Richard-Wagner-Festspiele bekannt ist, als für die Aviatik Industrie. Wie kamen Sie auf die Idee, aus Schwimmwesten Taschen zu designen?
Kerstin Rank: Der fliegende Holländer hat mich inspiriert…nein, Spaß bei Seite. Die Idee zu Bag to Life hatte ich 2009 auf einem Urlaubsflug nach London. Die Flugbegleiterin hat direkt vor mir die Sicherheitsvorkehrungen präsentiert und mich hat die Rettungsweste absolut angesprochen. Gelb wurde damals als tragbare Farbe etabliert und ist seitdem nicht mehr wegzudenken. Das Material ist einzigartig, erzählt von Abenteuern und Weltumrundungen, ist dabei leicht, strapazierfähig und wasserdicht. High-Tech, wie alles, was aus dem Flugzeug stammt. Gleichzeitig hat mich die Nachhaltigkeit, die Upcycling bringt überzeugt. Nach meiner Karriere in einer Werbeagentur wollte ich an etwas arbeiten, was nicht nur wegen des Designs überzeugt, sondern auch der Umwelt einen deutlichen Mehrwert bringt. Nun haben wir schon mehr als 140 Tonnen Rettungswesten ein neues Leben als Tasche geschenkt.

Neben Bag to Life gibt es weitere Firmen wie Freitag oder Feuerwear, welche ebenfalls durch Upcycling neue Produkte entwerfen. Wodurch unterscheiden Sie sich von den Mitanbietern?
Kerstin Rank: All unsere Materialien haben ihren Ursprung in der Luftfahrt. Neben Rettungswesten verarbeiten wir Fallschirm- und Ballonseide, Gurte, Flugzeugschnallen, auch alle Details von der Rettungsweste, wie CO2-Auslöser, Trillerpfeifen, Lampen und Schnallen kommen bei unseren Produkten ideenreich, mit neuer Funktion zum Einsatz. Bag to Life ist Luftfahrt. Mich hat aber auch die Idee angesprochen, dass unsere Upcycling-Produkte nicht diesen gebrauchten Charakter haben. Rettungswesten liegen eingeschweißt unter dem Sitz und somit haben unsere Produkte eine hochwertige neue Optik.

Gibt es noch weitere Dinge, die sie von den Mitanbietern abhebt?
Kerstin Rank: Wir haben uns natürlich dem Reisen verschrieben und bieten vom Liquid Bag, in dem der Passagier die 100 ml-Gebinde verstauen kann, über Easy Packing Sets, zum einfachen kompakten Packen bis hin zum Washbag alles für eine gut organisierte Reise an. In Corona Zeiten heißt das, dass in unserem Sortiment auch Gesichtsmasken, die Travel Safe Mask, mit 3 Lagen Microfaservlies zu finden ist. In Kürze bringen wir einen wirklich praktischen Kapuzenpulli auf den Markt, der alle Belange für das Reisen während Corona abdeckt.

Ihre Produkte haben allesamt Aviatik bezogene Bezeichnungen wie: Captains Key Holder, Follow Me Bag oder Pilot Camo Bag. Haben Sie bei der Namensfindung Unterstützung aus dem Aviatik Bereich?
Kerstin Rank: Das Pilotenalphabet und die Luftfahrt bieten hier eine wunderbare Spielwiese für die Namensgebungen an. Es bereitet uns im Team immer große Freude ein neues Produkt zu entwickelt, die Namensgebung ist ein Teil davon und schraubt den Ideenreichtum in ungeahnte Höhen (im wahrsten Sinne des Wortes).

Wo kann man Bag to Life Produkte erwerben?
Kerstin Rank: Speziell für Swiss, Lufthansa und Condor haben wir exklusiv Produkte designed, welche über das Bordmagazin erworben werden können. Wer das ganze Sortiment sehen will – findet das unter diesem Link.

Mit ihren innovativen Produkten treffen Sie gerade in den heutigen Zeitgeist, und vereinen Design mit Nachhaltigkeit. Hierdurch haben Sie bereits mehrere Auszeichnungen erhalten und sind seit 2016 Botschafter für das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. Bleibt da neben dem Beruf noch genügend Zeit für neue Ideen?
Kerstin Rank: Der Job bringt mir viel Zufriedenheit und macht einfach Spaß. Meist haben wir zu viele Ideen und müssen mit Fingerspitzengefühl auswählen, was wir realisieren. Wir hoffen, dass immer mehr Menschen durch innovative nachhaltige Marken, wie wir es sind, animiert werden, grüner einzukaufen. Wir arbeiten jeden Tag daran, dass die nachhaltige Art zu Shoppen mehr Spaß bringt, weil die Produktauswahl und das Design stimmt und weil ich als Konsument aktiv damit etwas verändere. Was einfach ein gutes Gefühl macht.



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