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Kampf um Norditalien

Alitalia nimmt Lufthansa ins Visier

Die italienische Nationalairline glaubt, Lufthansa im zentralen Markt Norditalien zu lange Marktanteile geschenkt zu haben. Alitalia greift deshalb nun an.

Alitalia

Flieger von Alitalia und der Partnerin Etihad: Hoch gesteckte Ziele.

Alitalia-Chef Silvano Cassano und Lufthansa-Lenker Carsten Spohr haben etwas gemeinsam. Sie haben das gleiche Ziel. Beide wollen ihre Fluggesellschaft auf Fünfsterne-Niveau heben. Die italienische Nationalairline hat bis in den Aviatik-Himmel noch einen weiteren Weg zurückzulegen. Dank der neuen und kapitalkräftigen Großaktionärin Etihad holt Alitalia aber schnell auf. 700 Millionen Euro investiert das Unternehmen in den kommenden Jahren in ein verbessertes Produkt mit neuen Businessclass-Sitzen, einem Redesign, besserem Essen oder Wifi in den Flugzeugen.

Nicht nur dort will sich Alitalia mit Lufthansa messen. Man habe auch die deutsche Fluglinie jahrelang in Norditalien gewähren lassen, sagte Cassano gemäß dem Fachportal Quotidiano Travel dieser Tage an einer Veranstaltung. Damit sei nun Schluss. «Wir müssen verschenkte Marktanteile zurückerobern.» Deshalb werde das Angebot ab Mailand Linate ausgebaut. Dabei helfe das Codeshare-Abkommen mit Air Berlin.

Alitalia wertet Mailand Linate auf

Alitalia hält den Norden Italiens für entscheidend. Denn der Großteil der italienischen Wirtschaftskraft werde dort erarbeitet. Die Fluglinie setzt daher künftig neben dem Drehkreuz Rom Fumicino vermehr auf beide Mailänder Flughäfen. Bei der Eröffnung von Malpensa hatte man Linate per Gesetz auf 18 Flüge pro Stunde zurückgestutzt. So wollte man den neuen Airport fördern. Künftig soll Alitalia vom älteren, aber viel näher bei der Stadt gelegenen Flughafen Linate wieder viel mehr Flüge nach Europa anbieten.

Vor allem die Verbindungen nach Berlin wurden und werden ausgebaut – ans Drehkreuz der anderen Etihad-Großbeteiligung Air Berlin. Aber ganz allgemein werden mehr Europa-Destinationen angeboten. So will Alitalia neben Lufthansa vor allem auch Easyjet bekämpfen, die in Italien ebenfalls Marktanteile gut gemacht hat.



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