Mysteriöser Flug einer Iljuschin
Was die Briten dabei besonders beunruhigte war, dass es offenbar dieselbe Maschine war, welche bereits in den USA einmal ein solches Manöver durchgezogen hatte. Damals war die Il-62 über die U-Boot-Basis New London der amerikanischen Marine geflogen, als diese gerade ihr neustes Unterseegefährt testete. Für den britischen Verteidigungsminister war deshalb klar: hier geht es um Spionage. Das zeigen Dokumente, die nun vom britischen Staatsarchiv freigegeben wurden und in die aeroTELEGRAPH Einsicht hatte.
Das Radar ausgeschaltet
Ein Einzelfall war der mysteriöse Tiefflug nicht. «Ich verstehe, dass der beschriebene Vorfall nur der letzte in einer ganzen Reihe ist», schrieb Außenminister Peter Carrington in einer Antwort an Nott. Das sei ein «ernster und unakzeptabler». Dass der Tiefflug System hatte zeigte auch, dass das Sekundärradar plötzlich keine Positionssignale mehr an die Flugsicherung sendete, solange die Maschine tiefer als geplant flog. «Darum muss angenommen werden, dass es bewusst ausgeschaltet wurde, um ein absichtliches und vorsätzliches Manöver zu vertuschen», notierte Nott.
Sein Kollege Carrington befand, dass man sich bei den Sowjets beschweren solle. Handelsminister John Biffen pflichtete dem bei. «Keine Einwände», notierte er. Man müsse den Sowjets mit dem Entzug der Überflugrechte drohen, befand Biffen. Aus rechtlichen Gründen sei das problemlos möglich. Zehn Jahre später löste sich das Problem von selbst - mit dem Ende der Sowjetunion.
Brief von Außenminister Peter Carington: «Ernst und unakzeptabel».National Archives
Iljuschin Il62 von Aeroflot: Plötzlicher Taucher über Großbritannien.Lev Polikashin/RIAN Archive/CC
Die Aeroflot-Maschine flog tief über eine militärische Radar-Station.Vitaliy Arutjunov/RIAN Archive/CC
Antwort des Handelsministeriums: «Keine Einwände».National Archives
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