Bei Verdacht: Röntgen

Um Drogenschmugglern auf die Schliche zu kommen, dürfen Sicherheitsleute in Australien Verdächtige bald durchleuchten.

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Mit den immer sorgfältigeren Sicherheitsmassnahmen an Flughäfen sind auch Drogenkuriere immer kreativer geworden, was den Transport des Stoffes betrifft - und riskieren mittlerweile ihr eigenes Leben, indem sie Kokain, Hasch und Co. in ihrem eigenen Körper transportieren, etwa nachdem sie eine Tüte davon verschluckt haben.

Für die Sicherheitsleute bedeutet das ein grosses Problem - wie soll man schon herausfinden, was eine Person in ihrem Magen mit sich herumträgt, ohne brutal zu werden oder der Person zu nahe zu treten?In Australien hat man nun eine Lösung: Das Parlament hat eine Gesetz verabschiedet, das den testweisen Gebrauch von Ganzkörperscannern für ein Jahr erlaubt. Mit deren Hilfe soll man sehen, ob jemand seinen Körper zum Drogenschmuggel missbraucht. Beginnen soll die Testphase in den kommenden Monaten.

Keine Nacktscanner

Dabei werden viele jetzt an die so oft diskutierten "Nacktscanner" denken, mit deren Hilfe Waffen am Körper im wahrsten Sinne des Wortes enthüllt werden. In den USA werden diese schon benutzt. Für viele Kritiker stellen diese Geräte aber einen Verstoss gegen die Menschenwürde dar, da sie einen Menschen fast wie nackt auf einem Bildschirm anzeigen können. Aber die in Australien erlaubten Scanner zeigen nicht die äusseren Merkmale des Körpers, sondern funktionieren mit Röntgentechnik - eben, um das Körperinnere zu erkennen.

Ein weiterer Unterschied zum Gebrauch in den USA: Es wird keine Zufalls-Stichproben geben. Wenn der Scanner bei einem Passagier zum Einsatz kommt, dann muss auch ein begründeter Verdacht bestehen, dass die Person Drogen transportiert - etwa durch auffälliges Verhalten oder wenn sie schon eine dementsprechende Akte hat. Der Verdächtige kann allerdings immer noch nein sagen, wenn er die Prozedur nicht auf sich nehmen will. Die Alternative dürfte allerdings weniger angenehm sein. Wie bisher in dringenden Verdachtsfällen auch, würde dann die Untersuchung durch einen Arzt anstehen.

Auch die Effizienz der Sicherheitsprozeduren würde sich durch eine endgültige Einführung der Scanner erhöhen: Laut dem australischen Innenministerium haben Beamte rund 4600 Stunden damit verbracht, darauf zu warten, dass eine medizinische Untersuchung von möglichen Drogenschmugglern zu Ende geht.

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