Pleitegeier am Frachthimmel

Doch ganz so überraschend kommen solche Meldungen nicht. Denn bei den Luftfrachtunternehmen läuft es derzeit nicht blendend. Vor allem im Verkehr zwischen Asien, Europa und den USA spüren die Anbieter inzwischen deutliche Anzeichen der Konjunkturabkühlung. «Die schwache globale Wirtschaftsentwicklung zeigt sich auf den Frachtmärkten» kommentiert Iata-Chef Tony Tyler. Zwischen Januar und November 2010 ging das Volumen insgesamt um 4 Prozent zurück. «Wenn die konjunkturelle Unsicherheit anhält, wird der Markt im Jahr 2012 noch schwieriger», so Tyler gemäß einer Medienmitteilung der Iata weiter.
Probleme in Asien
Die Kapazitäten sinken zwar auch, weil diverse Anbieter Frachtflieger aus dem Verkehr zogen. Doch sie nahm weniger stark ab als die Nachfrage. Denn zugleich werden derzeit massiv neue Passagierflieger eingeführt, die auch mehr Platz für Fracht bieten. Und so sanken denn die durchschnittlichen Frachtraten zwischen Asien und Europa im letzten Jahr bereits um rund einen Fünftel. Die chinesische Jade Cargo, an der die Lufthansa mit einem Viertel beteiligt ist, stellte ihren Betrieb deshalb am 31. Dezember ebenfalls ein. Das Unternehmen nannte die «generell schwache Nachfrage» als Grund. In den nächsten Wochen will sie nun eine Lösung für die Probleme finden.


