Lufthansas Billigairline ab 2013

Die neue Fluglinie soll schon im ersten Jahr rund 18 Millionen Passagiere transportieren. Lufthansa verspricht sich von der Bündelung erhebliches Effizienzpotential. «Unser Ziel ist, diese Verkehre unter dem Dach einer Gesellschaft wieder profitabel zu fliegen», so Konzernchef Christoph Franz. Außerdem versichert er: «Unsere Mitarbeiter in diesen Bereichen haben die Perspektive auf sichere Arbeitsplätze in einem Unternehmen der Lufthansa-Gruppe.» Zu Konditionen und Löhnen wurden indes noch keine Details bekannt gegeben.
Standort überrascht
Die Pläne für eine neue Billigairline stießen seit ihrem ersten Bekanntwerden auf Kritik. Arbeitnehmervertreter fürchteten sich vor einem niedrigeren Tarif bei der Billigtochter als bei der Mutter Lufthansa. Die Gewerkschaft Ufo schätzt, dass die Löhne der Germanwings-Flugbegleiter etwa 40 Prozent unter denen von Lufthansa liegen. Mit dem Schritt würden etwa 2000 Flugbegleiter zur neuen Airline gehören. Unter der Hand ist auch dies ein Thema, welches Flugbegleiter und Lufthansa in Schlichtungsgesprächen nach den Streiks der vergangenen Wochen nun angehen.
Dass der Sitz in Köln Bonn bleibt, überrascht einige Branchenexperten . Drei Standorte hatte die Lufthansa für die Ansiedlung ihrer neuen Tochter geprüft. Neben Köln-Bonn wurden auch Düsseldorf und Berlin als mögliche neue Basis für die Airline gehandelt. Die Bundeshauptstadt lockte mit besonderem Einsatz. Berlin hätte staatliche Fördermittel nutzen können, um den Billigflieger zu umgarnen. Bis zu 20 Prozent der Investitionskosten der Airline hätten laut Medienberichten betroffen sein können. Doch davon war man offenbar bei Lufthansa nicht beeindruckt. Für Köln ist die Germanwings ein wichtiger Arbeitgeber. Dementsprechend groß ist auch die Erleichterung am Airport: «Die Entscheidung für den Standort Köln ist sowohl für den Flughafen als auch für die gesamte Region von großer Bedeutung», so Geschäftsführer Michael Garvens. Damit blieben nicht nur die vorhandenen Arbeitsplätze erhalten, sondern viele neue Arbeitsplätze würden hinzukommen.
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