Kanadier sparen mit Flügen ab USA

Die eindrücklichen Zahlen hat die Studie einer Gruppe von kanadischen Senatoren hervorgebracht. Unter dem Titel «Die Zukunft des kanadischen Luftverkehrs: Zahlstelle oder Zündkerze» fordern die Verfasser ein Umdenken. Den Grund für die hohen Preise in Kanada orten sie vor allem bei den hohen Gebühren und Steuern. Die Regierung in Kanada verlangt von den Flughafenbetreibern Miete und erhebt diverse Zuschläge für Sicherheits- und Verkehrsleistungen. Die Luftfahrt soll selbsttragend sein. Im Gegensatz dazu die USA: sie subventionieren den Luftverkehr stark. Pistenausbauten, wie erst kürzlich in Bellingham, werden gar vom Staat finanziert.
Kanadas Flughäfen gehören zu den teuersten
Die Studie errechnete, dass in Kanada zwischen 60 und 75 Prozent Taxen auf die Tarife draufgeschlagen werden, in den USA lediglich zwischen 10 und 18 Prozent. Da erstaunt es nicht, dass in einer Rangliste des World Economic Forums betreffend Zuschlägen in der Luftfahrt Kanada auf Platz 125 von 139 liegt. Senator Denis Dawson fordert daher, dass die Regierung die Infrastruktur den Betreibern übergibt und auf die Mieteinnahmen verzichtet. Alleine der Flughafenbetreiber Vancouver zahlt jährlich 35 Millionen Dollar an Miete. Doch der Verzicht auf die Miete sei erst der Anfang, um die kanadischen Flughäfen konkurrenzfähig zu machen.
In Deutschland ging 2011 eine ähnliche Angst um. Die Befürchtung wurde laut, dass wegen der Flugsteuer die grenznahen Flughäfen in Deutschland Passagiere verlieren. Eine Untersuchung der Finanzbehörde konnte indes keine signifikante Entwicklung feststellen, als sie dafür die Passagierzahlen der naheliegenden holländischen Flughäfen Maastricht oder Eindhoven verglichen. Der Weg und Zeitverlust sei im Vegleich zur Einsparung zu hoch.
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